Verkehrsunfallstatistik 2017 : Erstmals wieder mehr Tote auf Brandenburgs Straßen

Auf Brandenburgs Straßen sind 2017 wieder mehr Menschen ums Leben gekommen. Wegen Raserei und Alkohol. Ist die jahrelange positive Entwicklung vorbei?

Unfall mit Transportfahrzeug Anfang Februar auf der B5 bei Friesack: Der 45 Jahre alter Fahrer kam ums Leben.
Unfall mit Transportfahrzeug Anfang Februar auf der B5 bei Friesack: Der 45 Jahre alter Fahrer kam ums Leben.Foto: Christian Pörschmann/dpa

In Brandenburg ist die Zahl der Verkehrstoten im vergangenen Jahr wieder deutlich gestiegen. Nach Tagesspiegel-Informationen sind 2017 insgesamt 148 Menschen auf den Straßen in der Mark gestorben – im Vergleich zu 2016 ein Anstieg um mehr als 22 Prozent.

Zugleich sind 2017 im Straßenverkehr in Brandenburg 2730 Menschen schwer verletzt worden. Auch das ist ein Anstieg: Im Jahr zuvor waren es 2668. Häufigster Grund für die schweren Unfälle mit Toten und Verletzten waren Alkohol und Raserei.

War der historische Tiefststand im Jahr 2015 ein Ausrutscher?

Damit ist die zuletzt positive Entwicklung auf Brandenburgs Straßen vorbei: Mit 121 Verkehrstoten war 2016 die niedrigste Zahl seit der Wende registriert worden. 2015 gab es mit 179 Verkehrstoten den höchsten Stand seit Jahren. Innen- und Verkehrsministerium werteten die Horrorbilanz von 2015 als einmaligen Ausrutscher, weil die Zahl seit 1991 von damals 931 stetig sank - etwa auf 139 im Jahr 2014.

Nach den neuesten Zahlen könnte Brandenburg mit 60 Verkehrstoten je eine Million Einwohner wieder einen traurigen Spitzenplatz unter den Bundesländern einnehmen. Die Landesregierung hatte sich vorgenommen, die Zahl der Verkehrstoten auf 100 pro Jahr zu senken.

Bislang war die Verkehrsunfallstatistik stets im Februar vom Innen- und vom Verkehrsministerium präsentiert worden, im vergangenen Jahr war es Anfang Februar die Statistik für 2016. Wann die Statistik 2017 vorgestellt wird, ist bislang unklar. Einen Termin gibt es in der offiziellen Vorschau der Landesregierung vorerst nicht. Die Statistik liege noch im Innenministerium unter Verschluss, hieß es.

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