Vermeintlich wegen Posse um Barenboim : Nachspiel in Moll für Ex-Olympiapark-Manager

Lutz Imhof wurde von Innensenator Geisel versetzt. Angeblich, weil Barenboim nicht an einer Schranke vorbeikam. Dagegen versucht Imhof gerichtlich vorzugehen.

Der Dirigent Daniel Barenboim wurde an einer Schranke angehalten und musste 200 Meter zu Fuß gehen.
Der Dirigent Daniel Barenboim wurde an einer Schranke angehalten und musste 200 Meter zu Fuß gehen.Foto: Matthias Balk/dpa

Das Arbeitsgericht hat am Montag eine umstrittene Versetzungsentscheidung stehen lassen. Soweit darf sich die Senatsverwaltung für Inneres bestätigt sehen. Kritiker halten die Versetzung des Senatsbediensteten Lutz Imhof jedoch für willkürlich. Der ehemalige Veranstaltungsmanager beim Olympiapark muss zunächst auf der neuen Stelle als Techniker am Sportforum Hohenschönhausen bleiben. Und das, obwohl Imhof beim Olympiapark eine wichtige Figur gewesen sei, „ein kompetenter Ansprechpartner für alle, immer vor Ort“, sagt sein Anwalt Andreas Gaedicke.

Die Entscheidung des Gerichts möchte er anfechten. „Wir werden auf jeden Fall in die zweite Instanz gehen“, sagt Gaedicke. Der Kläger selbst ist vom Dienstherrn verpflichtet, nicht über die Sache zu sprechen. Es könnte interessant werden, demnächst vor dem Landesarbeitsgericht. Denn dass die erste Instanz die Versetzung nicht widerrief, heißt in diesem Fall: Klage abgewiesen. Der Grund ist also formal, sagt Gerichtssprecher Martin Dressler.

Die Klage auf Beschäftigung am alten Arbeitsplatz konnte juristisch nicht erfolgreich sein, weil Imhof arbeitsunfähig krank gemeldet sei. Anwalt Gaedicke hatte versucht nachzuweisen, dass die Versetzung als Strafe für seinen Mandanten gedacht war. Das wäre nicht zulässig. Aber darüber entschied das Gericht nun gar nicht. In der noch ausstehenden schriftlichen Begründung des Urteils könnten sich jedoch Hinweise darauf finden, wie sich das Gericht zu dem Streit in der Sache positioniert.

Dabei geht es um einen schweren Vorwurf: Hinter der Versetzung steht Berichten des RBB zufolge Innen- und Sportsenator Andreas Geisel (SPD) selbst. Der soll die Versetzung von Lutz Imhof aufgrund eines Eklats im vergangenen August verfügt haben. Dem Dirigenten Daniel Barenboim war nach einem Konzert in der Waldbühne verweigert worden, eine Schranke zu passieren. Deswegen musste Barenboim 200 Meter zu Fuß zurücklegen.

Den Senator traf der Dirigent auf der Party. Barenboim, der den Ruf hat, leicht erregbar zu sein, sei ausgesprochen wütend gewesen wegen des Stopps an der Schranke. Das soll Senator Geisel dazu bewegt haben, Lutz Imhof und den Verwaltungschef Matthias Lück zu versetzen. Die Senatsverwaltung für Inneres bestreitet gegenüber dem Tagesspiegel die RBB-Berichte, denen zufolge der Vorfall mit Barenboim zur Versetzung von Imhof und Lück geführt habe. Da es sich um eine Personalangelegenheit handele und das Verfahren noch laufe, dürfe man sich nicht dazu äußern. Gerichtssprecher Dressler zufolge hat die Innenverwaltung argumentiert, dass Imhof für die neue Stelle im Sportforum Hohenschönhausen ideal geeignet sei.

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