Berlin : Verschickt, verlegt, verschollen

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DIE WANDERSCHAFT

Um die Schätze der Staatsbibliothek vor den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg zu schützen, wurden die Bücher an mehr als 30 verschiedene Orte im damaligen Deutschen Reich gebracht (siehe Karte). Sie lagerten jahrelang in Stollen und Klöstern, Herrenhäusern und Schlössern.

DIE RÜCKKEHR

Nach dem Krieg kamen die meisten Bücher und Kataloge, die in der sowjetischen Besatzungszone lagen, in das Stammhaus Unter den Linden in Berlin zurück. Die Depots unter amerikanischer und französischer Hoheit wurden zunächst in Tübingen und Marburg zusammengefasst und kehrten bis 1968 nach Berlin zurück – in den westlichen Teil der Stadt.

GETRENNTE BESTÄNDE

Weil es in der geteilten Stadt keinen Austausch zwischen den beiden Bibliotheken gab, konnte die jeweils andere Seite nur mutmaßen, welche Bücher auf der anderen Seite der Mauer in den Regalen stehen. In der Stabi (West) befand sich zwar der größte Teil des alten Bestands, aber in der Bibliothek Unter den Linden der dazugehörige Katalog.

UND HEUTE

Noch immer ist der Bestand nicht an einem Ort zusammengefasst. Nach wie vor werden Teile der Bücherschätze in den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion gelagert oder sind in der Jagiellonen-Bibliothek in Krakau untergekommen. Wie viele Bücher tatsächlich verbrannt sind, ist bis heute nicht klar. oew

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