Verspätungen im ÖPNV : S-Bahn will Stationen auslassen - Test ab 20. Juli

Das Auslassen von Stationen soll ab 20. Juli getestet werden - und dann nur während der S-Bahn fährt aber nur bei 5-Minuten-Takt durch.

Bitte zusteigen. Zumindest solange die Bahn noch hält.
Bitte zusteigen. Zumindest solange die Bahn noch hält.Foto: Paul Zinken / dpa

Der umstrittene Test der S-Bahn, verspätete Züge auf dem Südring ohne einen Halt durch zwei Bahnhöfe fahren zu lassen, um die Verspätung aufholen zu können, soll vom 20. Juli bis 17. August stattfinden. Bei diesen Zügen können die Fahrgäste, wie berichtet, auf den Stationen Halensee und Hohenzollerndamm nicht ein- und aussteigen. S-Bahnchef Peter Buchner hat bereits angekündigt, auf dieses Modell zu verzichten, wenn es von den Fahrgästen nicht akzeptiert werde.

Praktiziert werden soll das Verfahren bei einzelnen Fahrten nach Angaben der S-Bahn auch nur im Fünf-Minuten-Verkehr in den Hauptverkehrszeiten. Kommen die Bahnen planmäßig lediglich alle zehn Minuten, soll auch bei Verspätungen kein Halt ausgelassen werden. Vor den Durchfahrten soll es Ansagen geben.

Fahrgäste dürfen ausnahmsweise eine Station zurückfahren

Fahrgäste, die erst auf der folgenden Station aussteigen können, dürfen mit ihrem gelösten Fahrschein eine Station zurückfahren. Die Regelung, dass bei Einzelfahrscheinen eine Rückfahrt ausgeschlossen ist, gelte in diesem Fall nicht, teilte die S-Bahn weiter mit. Und die gesetzlichen Fahrgastrechte, die bei Verspätungen, Ausfällen oder versäumten Anschlüssen zu Ersatzansprüchen führen, blieben „selbstverständlich in vollem Umfang gültig“, heißt es bei der S-Bahn.

Sie verweist darauf, dass das Durchfahren von Stationen zum Ausgleich von Verspätungen woanders bereits „erfolgreich“ praktiziert werde – etwa bei der S-Bahn in München oder in London. Auch in Berlin fahre die S-Bahn mit ihren Zusatzzügen bei Veranstaltungen im Olympiastadion ohne Stopp durch die Stationen Messe Süd und Heerstraße. Das wissen die meisten Fahrgäste allerdings bereits beim Einsteigen. Die große Mehrheit hat ohnehin das Ziel Olympiastadion oder will nach dem Ende der Veranstaltungen schnell nach Hause kommen, so dass der Verzicht auf den Halt in diesen beiden Stationen erträglich ist.

Die Pläne der S-Bahn, die sie am Mittwoch offiziell vorstellen will, waren unter anderem vom Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) kritisiert worden.

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