Von Tag zu Tag : Ohne Rolex

Bernd Matthies über die finanzielle Vorsicht des Kreuzberger Baustadtrats.

Florian Schmidt (Grüne), Baustadtrat vom Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, wird für seine Wohnsituation kritisiert.
Florian Schmidt (Grüne), Baustadtrat vom Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, wird für seine Wohnsituation kritisiert.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Ein Berliner Stadtratsgehalt ist was Schönes. Wer es bezieht, um die 8000 Euro brutto, den zählen unsere Armutsforscher glatt zu den Superreichen, zumal dabei keine Sozialabgaben anfallen – eine bescheidene Edelstahl-Rolex wäre also locker drin. Florian Schmidt, der grüne Kreuzberger Baudezernent, gegenwärtig bekanntester Berliner Stadtrat, denkt anders: Er lebt mit Frau und zwei Kindern in einer kleinen Zwei–Zimmer-Wohnung und will auch nicht raus, obwohl er seinen politischen Gegnern damit als typischer Fehlbeleger gilt, einer, der den Hartzern von gegenüber den Wohnraum wegnimmt. So einer könnte doch glatt eine Etage am Oranienplatz kaufen!

Richtig ist allerdings, dass Stadtratsposten auf Zeit nichts sind, was einen Banker beeindrucken würde. Aber die Grünen haben einen Lauf, Schmidt könnte ja nächstes Jahr schon Bezirksbürgermeister oder Regierender sein, wer weiß. Und dann würden wir ihm doch vorschlagen, mindestens vier Zimmer zu mieten. Die Rolex gibt’s dann zur Pensionierung.

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