Vor dem Landgericht : Taschendieb gesteht seine Taten

Monatelang waren Marian-Viorel S. und seine Komplizen als Taschendiebbande unterwegs. Der 42-jährige S. gestand. Einer seiner Komplizen steht ab Donnerstag vor Gericht.

Die Diebesbande trieb sich vor allem am S-Bahnhof Messe-Nord rum.
Die Diebesbande trieb sich vor allem am S-Bahnhof Messe-Nord rum.Foto: iStock

Die Bande reiste aus Rumänien an und trieb sich vor allem am S-Bahnhof Messe-Nord herum: Über Monate hinweg spähten Marian-Viorel S. und seine Komplizen Fahrgäste aus und griffen in fremde Taschen. Rund fünf Monate nach seiner Festnahme wird dem 42-Jährigen seit Dienstag vor dem Landgericht der Prozess gemacht. An 21 Taten mit mehr als 12.000 Euro Beute soll S. beteiligt gewesen sein.

Mehr als zehn Täter sollen zu der Gruppe gehört haben. Von Januar bis Mai 2017 seien sie als Bande aktiv gewesen, heißt es in der Anklage. Beim Einsteigen hätten sie Geschädigte bedrängt oder abgelenkt und zugelangt. „Ich war für das Blockieren zuständig“, gestand S. nun. Er habe sich in die Tür gestellt. „Für das Ziehen waren in der Gruppe drei andere zuständig“, sagte der Angeklagte.

Zahl der Taschendiebstähle geht zurück

Die professionellen Diebe lauerten bereits an Fahrkartenautomaten, um Fahrgästen beim Bezahlen mit der EC-Karte heimlich über die Schulter zu sehen. Konnten sie die PIN ausspähen, folgten sie dem möglichen Opfer bis zur S-Bahn-Tür. Wenn der Klau aus Tasche oder Rucksack klappte, ging es sofort zum nächsten Geldautomaten. Polizei und Justiz in Berlin haben den Taschendieben allerdings den Kampf angesagt, und zwar mit Erfolg. Die Zahl der Anzeigen ging auf 27.119 im Jahr 2017 zurück – im Vergleich zu 44.722 im Vorjahr.

Bilder von Überwachungskameras sind im Prozess gegen S. deutliche Beweise. Ein Jugendfreund habe ihn in die Gruppe gebracht, so der Mann ohne Beruf. „Ich bekam höchstens 60 Euro pro Tat.“ Einer seiner Komplizen steht ab Donnerstag vor dem Landgericht. Dem 35-Jährigen werden 20 Fälle vorgeworfen. Der Prozess um bandenmäßigen Diebstahl und Betrug gegen S. geht ebenfalls Donnerstag weiter.

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