Berlin : Vor Gericht: Prüfer halfen bei Führerschein

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Wer dem Kreuzberger Fahrschullehrer einen „Aufschlag“ zahlte, der musste vor der theoretischen Prüfung nicht zittern: Der 42-Jährige zahlte Bestechungsgelder an einen TÜV-Prüfer. Der 55-Jährige soll insgesamt rund 152 000 Euro kassiert haben. Nach den Manipulationen zwischen Mai 2005 und September 2006 müssen sich die beiden Männer seit gestern wegen Korruption von dem Landgericht verantworten.

Laut Anklage zahlten etwa 300 Prüflinge bis zu 2000 Euro an Fahrschullehrer Ali T., um den theoretischen Teil schnell und garantiert zu bestehen. Wurde es für einen Führerschein-Anwärter eng, soll TÜV-Prüfer Norbert F. vorgesagt oder die Fragebögen selbst ausgefüllt haben. Bei den Kandidaten handelte es sich zumeist um Prüflinge ausländischer Herkunft mit mageren Deutschkenntnissen. Im Zusammenhang mit dem Korruptionsverdacht sind im letzten Herbst mehrere Berliner Fahrschulen und eine TÜV-Stelle in Tempelhof durchsucht worden. T. und F. wurden vorläufig festgenommen. Im Prozess zeigten sie sich weitgehend geständig. Der Fahrlehrer will jedoch mit 700 bis 1000 Euro wesentlich geringere Summen von Prüflingen kassiert haben. Auf Nachfragen des Gerichts räumte der Prüfer ein, dass er bei Tests „auch geholfen“ hatte. Der Prozess wird am 30. März fortgesetzt. K.G.

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