Voraussichtlich mehr Ärzte für Berlin : 47 zusätzliche Praxen geplant

Die Kassenärztliche Vereinigung will mehr Arztpraxen erlauben. Über die geplanten Stellen ist aber noch nicht final entschieden.

Neue Niederlassungsmöglichkeiten für Ärzte sollen die Gesundheitsversorgung in der Stadt verbessern.
Neue Niederlassungsmöglichkeiten für Ärzte sollen die Gesundheitsversorgung in der Stadt verbessern.Maurizio Gambarini

In Berlin könnte es künftig 47 Arztpraxen mehr geben. Das sieht die überarbeitete Bedarfsplanung der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) vor, wie eine KV-Sprecherin dem Tagesspiegel am Donnerstag mitteilte. Über die Planstellen sei aber noch nicht final entschieden.

Wann die neuen Ärzte ihre Praxen eröffnen können, ist noch offen. Über die „erste Hochrechnung“ soll im November mit den Krankenkassen verhandelt werden. Dann sollen die Stellen ausgeschrieben werden. „Wie lange der Prozess bis zur Niederlassung der Ärzte dauert, ist aktuell nicht abzuschätzen“, sagte die KV-Sprecherin. Zuerst hatte die „Berliner Morgenpost“ über das Vorhaben berichtet.

Derzeit gibt es in Berlin rund 9000 Praxisärzte, die gesetzlich Versicherte versorgen. Die KV Berlin geht davon aus, dass die geschätzt 47 neuen Sitze folgendermaßen verteilt werden: 24 für Hausärzte, 3,5 für Augenärzte, 16,5 für Frauenärzte, drei für Kinder- und Jugendärzte und 2,5 für Hautärzte.

Hintergrund der Hochrechnung sind Änderungen der „Bedarfsplanungs-Richtlinie“. Durch Änderungen der Richtlinie soll es mehr Ärzte pro Einwohner geben. In welchen Bezirken die neuen Ärzte sich niederlassen werden, ist nicht bekannt. Die Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales, die KV Berlin und die Krankenkassen sprechen sich gemeinsam für eine gleichmäßigere Verteilung der Ärzte innerhalb Berlins aus.

Die Berliner Praxen sind bisweilen voll.
Die Berliner Praxen sind bisweilen voll.Patrick Pleul

Die Versorgung mit Ärzten in den Berliner Bezirken variiert stark. Zahlen der KV zeigen, dass der Versorgungsgrad mit Hautärzten in Neukölln 2016 bei 54,5 Prozent lag, in Charlottenburg-Wilmersdorf hingegen bei 177,5. Der Versorgungsgrad mit Kinder- und Jugendpsychiatern in Steglitz-Zehlendorf betrug zur gleichen Zeit 244,5 Prozent – in Marzahn-Hellersdorf aber nur 38,2.

Schon zuvor und unabhängig von dieser Änderung waren Anfang 2019 42,5 neue Hausarztsitze in Berlin erlaubt worden. Zudem laufe eine Ausschreibung für 25 weitere Niederlassungen für Hausärzte, hieß es bei der KV.

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