Vorbilder Zürich und Salzburg : Oberleitungsbusse für Berlin nicht vor 2024

Vorteile: Sie hängen ständig am Strom. Nachteile: An Kreuzungen kann es schwierig werden. Wann und wo die Stadt plant, O-Busse einzusetzen.

In der Salzburger fahren fast alle Busse mit Strom aus der Oberleitung.
In der Salzburger fahren fast alle Busse mit Strom aus der Oberleitung.Foto: Ralph Peters/imago

Den Plan, moderne Oberleitungsbusse wie in Zürich oder Salzburg künftig auch durch Berliner Straßen fahren zu lassen gibt es schon eine Weile – seit 2017. Eine Machbarkeitsstudie der Senatsverwaltung für Umwelt und Verkehr hat gezeigt, dass das für manche stark nachgefragte Linien wie die M32 in Spandau Vorteile hätte - wie vor einem Monat im Spandau-Newsletter vom Tagesspiegel berichtet. Auch die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) sehen darin Chancen. Realistisch sei der Start allerdings nicht vor 2024/25, so BVG-Sprecherin Petra Nelken.

Die modernen Oberleitungsbusse haben anders als ihre Vorgänger aus früheren Jahrzehnten eine Batterie an Bord, die wieder aufgeladen wird, während der Bus den Strom aus der Oberleitung bekommt. Für das Laden gibt es also keinen größeren Bedarf an Fahrzeugen oder Personal als bei Dieselbussen.

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Aus Sicht von Petra Nelken haben die Oberleitungsbusse noch weitere Vorteile: „Der erste ist, dass moderne O-Busse mit einer Batterie ausgestattet und damit nicht ständig an die Oberleitungen gebunden sind.“ Damit ließen sich zum Beispiel die aufwendigen Kreuzungen und Weichen in der Oberleitung vermeiden. „Das ist nicht nur kostengünstiger, sondern auch ein Vorteil für das Stadtbild“, sagte Nelken.

O-Busse haben nicht so ein Reichweitenproblem, wie E-Busse

Die Busse könnten, anders als die Straßenbahn, außerdem auch mal abbiegen und einen Unfall oder eine Baustelle umfahren. „Die haben den Strom immer bei sich.“ O-Busse haben außerdem nicht ein solches Reichweitenproblem wie E-Busse - „der Strom geht ihnen ja nicht aus.“ Ein weiterer Vorteil: „Man muss für sie keine Gleise bauen, Oberleitungen allein sind natürlich günstiger“, erklärte die BVG-Sprecherin.

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Nelken hält es deshalb für realistisch, in Zukunft in Berlin wieder Oberleitungsbusse fahren zu sehen. Der O-Bus sei allerdings nur ein Baustein von vielen im Verkehrskonzept der BVG. Denn es sei zu bedenken, dass es nicht ohne Oberleitungen gehe, die dann eben auch im Stadtbild zu sehen seien. Und im Vergleich zur Straßenbahn könnten O-Busse deutlich weniger Fahrgäste transportieren und sie daher nicht einfach ersetzen.

Außerdem sei für den O-Bus zusätzliche Infrastruktur nötig, sagte Nelken, „eine spezielle Werkstatt zum Beispiel und ein Betriebshof, der gut erreichbar sein muss. Denn man kann mit dem O-Bus zwar eine kurze Strecke mit Batterie fahren, aber eben nicht durch halb Berlin.“

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Michael Müller-Görnert vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) kann Oberleitungsbussen ebenfalls einiges abgewinnen: „Die direkte Stromnutzung ist die effizienteste, das ist unbestritten.“ Im Vergleich zum Dieselbus sei der CO2-Ausstoß deutlich geringer. Allerdings seien O-Busse in der Anschaffung teurer als Dieselbusse. Das war seit den 1960er Jahren ein wichtiges Argument dafür, dass in vielen deutschen Städten Oberleitungsbusse außer Dienst gestellt wurden.

Der Verkehrsexperte vom VCD weist auch darauf hin, dass die Wartung der Oberleitungen mit Kosten verbunden ist. Hinzu komme, dass Busse in Berlin schon jetzt in manchen Bereichen im Stau steckten.

Die Machbarkeitsstudie kommt nach dem Abwägen solcher Argumente zu einem positiven Fazit. Entsprechend hat die Senatsverwaltung einer Sprecherin zufolge einen Planungsantrag an die BVG gestellt, die Bustechnologie zunächst in Spandau einzuführen, unter anderem auf der Metro-Linie M32. Die Umsetzung braucht der BVG zufolge einige Zeit – nicht nur für die Installation der Oberleitungen. (dpa)

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