Schmacht-Rock und Mönchskutten: Das sind die anderen Kandidaten

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Vorentscheid zum Eurovision Song Contest : Die Kreuzbergerin Ella Endlich will zum ESC
Alex Diehl gilt mit seinem Friedenssong als Favorit.
Alex Diehl gilt mit seinem Friedenssong als Favorit.Foto: Henning Kaiser/dpa

NOCH MEHR BERLIN

Noch eine weitere Berlinerin will nach Stockholm: Die Australierin Kat Frankie lebt seit 2004 hier, das lassen wir mal gelten. Mit Chris Klopfer bildet sie das Duo Keøma. Ihre Easy-Listening-Nummer „Protectet“, die sie selbst „Night-Drive-Pop“ nennen, wirkt aber etwas zu gechillt für den ESC.

DIE FAVORITEN

Alex Diehls Friedenssong „Nur ein Lied“ ist nach den Anschlägen von Paris zum Internethit geworden. Mitgefühl könnte in diesen Zeiten ein entscheidender Faktor sein: Aus Angst wird Hass / aus Hass wird Krieg / bis die Menschlichkeit am Boden liegt / bis hier alles explodiert / und jeder den Verstand verliert / das alles hatten wir schon mal. Und das Prinzip „Typ-Wildecker-Herzbuben schrammelt 4-Chord-Song auf Gitarre“ hat ja schließlich auch schon bei den Olsen Brothers funktioniert.

Jamie-Lee Kriewitz hat kürzlich die Vox-Sendung "The Voice" gewonnen.
Jamie-Lee Kriewitz hat kürzlich die Vox-Sendung "The Voice" gewonnen.Foto: Henning Kaiser/dpa

Die erst 17-Jährige Jamie-Lee Kriewitz muss allein deswegen als Favoritin gelten, weil sie schon eine ähnliche Zuschauerabstimmung gewonnen hat: Im Dezember hat sie die fünfte Staffel der Vox-Sendung „The Voice“ gewonnen, ihr Song „Ghost“ ist bereits ein Chart-Erfolg. Das Abitur hat sie erst mal verschoben. Ach, und: Sie kommt aus Hannover. Ebenso wie, genau, Lena! Und die hat ihre Sache ja bekanntlich ganz gut gemacht.

UND SONST?

Die Auswahlkommission der ARD hat sich offenbar Mühe gegeben, es nach dem Debakel um die Xavier-Naidoo-Nominierung allen recht zu machen. „Ich freue mich über die Vielfalt und Buntheit des deutschen ESC-Vorentscheides“, sagt ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber. Vielleicht haben sie es etwas übertrieben mit der Vielfalt. Da ist zum Beispiel Bon-Jovi-Schmacht-Rock von Avantasia, Mönchsgesang von Gregorian und Deutschpop-Schlager von Luxuslärm. Da geht der feine Indie-Pop von Woods of Birnam fast unter.

Ralph Siegel ist auch mal wieder dabei: Er schickt Laura Pinski in den Vorentscheid.
Ralph Siegel ist auch mal wieder dabei: Er schickt Laura Pinski in den Vorentscheid.Foto: dpa

Ach ja, Ralph Siegel ist natürlich auch dabei. Er schickt die 19-Jährige Laura Pinski mit einem typischen Siegel-Grand-Prix-Lied nach Köln. Message: Wir sind alle gleich. Gilt leider auch für seine Lieder.

Das Erste und Einsfestival übertragen den Vorentscheid am Donnerstag ab 20.15 Uhr. Karten für „Willkommen bei Carmen Nebel“, 7. April, 20 Uhr, im Tempodrom gibt es ab 60 Euro. Ella Endlichs Album „Träume auf Asphalt“ erscheint am Freitag. Ein Porträt über den Choreographen des ESC lesen Sie hier.

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