Berlin : Vorerst kein Unterricht an freier Schule Streit eskaliert zwischen Lehrern und Eltern

Susanne Vieth-Entus

Ausnahmezustand an der Friedrichshagener Novalis-Schule: Seit dem 8. März findet in der freien Schule kein Unterricht mehr statt, weil der Vorstand die Zusammenarbeit mit den Lehrern beendet hatte. Nachdem die Wiederaufnahme des Unterrichts zunächst für gestern angekündigt worden war, ist jetzt vom 19. März die Rede. Die Schulaufsicht hat dem Schulträger angekündigt, zu diesem Datum „vor Ort zu prüfen, ob planmäßiger Unterricht stattfindet“. Wenn dies nicht der Fall sei, werde man dem Träger eine „sehr kurz bemessene Frist“ zur Wiederaufnahme des Unterrichts einräumen. „Im Extremfall müssen wir die Genehmigung entziehen“, kündigte die Senatsverwaltung für Bildung gestern an.

Hintergrund des Streits zwischen Eltern und Lehrern sind Meinungsverschiedenheiten über die Organisationsstruktur. Seit Schulgründung im Jahr 2000 war ein Lehrerverein zuständig, die Gehälter unter den Pädagogen zu verteilen. Mit dem Verein hatte der Schulträger einen „Dienstleistungsvertrag“ geschlossen. „Den Vertrag haben wir gekündigt“, sagte der neue Geschäftsführer Peter Schneider auf Nachfrage. Er begründete die Kündigung damit, dass der Vorstand wegen der Organisationsstruktur sehr wenig Einfluss habe. Bis gestern erklärte sich nur ein Teil der 20 Lehrer zur Weiterarbeit bereit. Schulleiter Peter Kaufhold bezeichnete das Vorgehen des Vorstands als „Willkür“. Im Januar sei das letzte Gehalt geflossen. Die Novalis-Schule arbeitet auf Grundlage der Pädagogik Rudolf Steiners. Zurzeit werden die Klassen 1 bis 12 von rund 150 Kindern besucht.

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