• Vorwürfe gegen Kinder- und Jugendheim in Brandenburg: Anzeige wegen Isolation und gewaltsamer Fixierung erstattet

Vorwürfe gegen Kinder- und Jugendheim in Brandenburg : Anzeige wegen Isolation und gewaltsamer Fixierung erstattet

Schwer erziehbare Kinder und Jugendliche sollen bei Jänschwalde schikaniert worden sein. Brandenburgs Bildungsministerium prüft die Vorwürfe.

Abwehr von Übergriffen.
Abwehr von Übergriffen.Foto: IMAGO

Kinder und Jugendliche sollen in einem so genannten intensivpädagogischen Heim in Jänschwalde ((Spree-Neiße) schikaniert und fragwürdigen Erziehungsmethoden ausgesetzt worden sein. Erste Vorwürfe gegen das Heim „Neustart“ des Kreisverbandes Lübben des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) seien vor einem Monat durch eine Anfrage der Tageszeitung „taz“ bekannt geworden, sagte ein Sprecher des Brandenburger Ministeriums für Bildung und Jugend. Man prüfe die Vorwürfe und nehme sie sehr ernst.

Die Polizeidirektion Süd bestätigte am Dienstag, dass ein früherer Heimbewohner Anzeige gegen Heimerzieher erstattet hat. Die Staatsanwaltschaft Cottbus hat einen Prüfvorgang angelegt.
Mehrere Jugendliche, einst Bewohner des Heims, hatten sich an die „taz“ gewandt und von Isolation, abgeklebten Fenstern, Frageritualen vor jedem Toilettengang und gewaltsamen Fixierungen berichtet. Der ASB erklärte, man gehe den Vorwürfen nach und prüfe, was passiert ist.
Bereits Ende 2013 war ein anderer Betreiber von Heimen für schwer erziehbare Kinder und Jugendliche wegen ähnlicher Vorwürfe in den Fokus geraten. Damals handelte es sich um die Haasenburg GmbH. Noch im selben Jahr ließ die Landesregierung die Einrichtungen schließen. Ein Widerspruch der Haasenburg GmbH scheiterte vor Gericht. Prozesse gegen angeklagte Erzieher sind teils noch nicht abgeschlossen. dpa/CS

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