Die Direktmandate

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Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus : Diese AfD-Politiker sitzen bald im Parlament
Felix Hackenbruch

KAY NERSTHEIMER

Jahrgang 1964, Wahlkreis Lichtenberg 1

Nerstheimer ist auch in der AfD keine unumstrittene Figur. Im Internet trat er 2012 als Berliner Chef der „German Defence League“ auf, die vom Bremer Verfassungsschutz als rechtsextremistisch und islamfeindlich eingestuft wird. Nerstheimer kündigte damals an, die Organisation zur Miliz ausbauen zu wollen. Bei der AfD prüft man gegen ihn ein Ordnungsverfahren – allerdings keinen Parteiausschluss. Der gelernte Koch arbeitet heute als Sicherheitsfachkraft.

GUNNAR LINDEMANN

Jahrgang 1970, Marzahn-Hellersdorf 1

Mit dem Spruch "Raus aus der Platte, ran an die Wahlurne" wollte Lindemann noch am Wahltag seine Wähler mobilisieren. Ausgebildet zur Sicherheitsfachkraft im ÖPNV ist Lindemann heute im Personalwesen tätig. Die AfD sieht er als letzte Chance zur "Rettung Berlins".

CHRISTIAN BUCHHOLZ,

Jahrgang 1966, Pankow 1

Der Diplomkaufmann hatte Listenplatz 27 inne und arbeitet nach eigenen Angaben als Unternehmensberater. In seinem Bezirk, wo auch seine Kinder zur Schule gehen, habe er die "aufgewiegelte Stimmung" gegen die AfD zu spüren bekommen, sagte er der Berliner Zeitung. Deswegen wollte er bis zuletzt nirgends mit einem Bild abgebildet werden. Er fürchtete um seine Sicherheit. Buchholz, der zum wirtschaftsliberalen Flügel seiner Partei gezählt wird, zählt die innere Sicherheit zu seinen Kernthemen.

FRANK SCHOLTYSEK

Jahrgang 1967, Treptow-Köpenick 3

Frank Scholtysek trat im Wahlkreis Treptow-Köpenick 3, der Adlershof und Altglienicke umfasst, für die AfD an. Er ist nach eigener Auskunft gelernter Tischler und Diplom-Ingenieur, auf seinem Facebook-Auftritt berichtete er in den vergangenen Wochen vor allem von Wahlkampfständen im Bezirk.

JESSICA BIESSMANN

Jahrgang 1981, Marzahn Hellersdorf 3

Jessica Bießmann warb für sich als ehrenamtlich aktive Elternsprecherin und kündigte an, sich für die Themen Familie, Bildung, Gesundheit und Soziales politisch engagieren zu wollen. Die 34-Jährige ist nach eigener Auskunft Automobilkauffrau und Mutter von drei Kindern. Im Juni teilte sie über ihren Twitter-Account ein Bild, auf dem es hieß, Angela Merkel solle "für die Opfer der Unwetter in Deutschland genauso schnell Notunterkünfte und Gelder" bereitstellen "wie für die ganzen Asylanten".

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