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Waldbrand in Brandenburg : Feuer bei Jüterbog ist unter Kontrolle

Ein kräftiger Regen half beim Löschen, jetzt gebe es nur noch Glutnester, sagt die Feuerwehr. Zwischenzeitlich brannten im Kreis Teltow-Fläming 800 Hektar.

Waldbrand in der Nähe von Jüterbog. In Brandenburg waren seit Beginn der Woche mehrere Waldbrände ausgebrochen.
Waldbrand in der Nähe von Jüterbog. In Brandenburg waren seit Beginn der Woche mehrere Waldbrände ausgebrochen.Foto: Julian Stähle/dpa

800 Hektar in Flammen – einen so großen Waldbrand wie derzeit im Kreis Teltow-Fläming gab es lange nicht in Brandenburg: „Größere gab es nur in den Siebzigerjahren und davor“, sagte Raimund Engel, Waldbrandschutzbeauftragter des Landes, am Mittwoch dem Tagesspiegel.

Bereits 2018 wurde ein Rekord gebrochen: Bei Treuenbrietzen brannten im August 343 Hektar. „1992 gab es mal einen Waldbrand auf 242 Hektar“, berichtete Engel. Damals habe es auch besonders viele Waldfeuer gegeben, knapp mehr als tausend innerhalb eines Jahres.

Brand bei Jüterbog nochmal größer

Der Großbrand bei Jüterbog ist seit dem späten Donnerstagabend unter Kontrolle. Das gab der Einsatzleiter im rbb bekannt. Es gebe nur noch Glutnester. Ein zweiter Regenschauer habe beim Löschen geholfen.

Im Laufe des Donnerstags hatte sich der Brand noch weiter ausgebreitet. Deshalb hat der Landkreis am Donnerstagvormittag zu einer Pressekonferenz eingeladen. Ein Ende des Brandes sei vor allem durch den ständig auffrischenden Wind aus unterschiedlichen Richtungen nicht in Sicht.

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Die Meldung diverser Medien, für das Gebiet Teltow-Fläming sei der Katastrophenfall ausgerufen worden, dementierte eine Sprecherin der örtlichen Feuerwehrleitstelle. Es handele sich dabei um eine Falschmeldung.

Stattdessen hat der Landkreis Teltow-Fläming das Feuer am Donnerstag als Großschadenslage eingestuft und die vollständige Einsatzleitung übernommen. Der Waldbrand hat sich als schwerer zu löschen erwiesen als zunächst angenommen. Kreisbrandmeister Tino Gausche sprach von einer „einmaligen Dimension“ des Brandes. „Das hatten wir so noch nie“, sagte er am Donnerstag.

Jüterbog hatte seit Anfang der Woche die Einsatzleitung bei dem Großbrand in seinem Verwaltungsgebiet. Das Ausmaß sei aber inzwischen so groß, dass die Stadt das nicht mehr leisten könne, sagte eine Sprecherin am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Mittlerweile regnete es - ob das half, den Brand einzudämmen, konnte die Stadtsprecherin aber zunächst nicht einschätzen.

Weitere Brände südwestlich von Berlin

Außerdem brennt es aktuell in Ruhlsdorf/Marienwerder im Barnim und in Altsorgefeld im Landkreis Dahme-Spreewald. Dort musste sogar  die Bundesstraße 87 zwischen Langengrassau und dem Abzweig nach Altsorgefeld am Mittwochabend voll gesperrt werden.

Am Mittwoch brannte es an vielen Stellen im Land. Am Nachmittag brach an dem besonders bei Berlinern Badegästen beliebten Liepnitzsee ein Waldbrand aus, wie der Barnim-Landrat Daniel Kurth (SPD) bestätigte. Das Ausmaß des Feuers blieb bis zum Redaktionsschluss unklar.

Auch am Bogensee an der früheren FDJ- Jugendhochschule und dem Landsitz von NS-Propagandaminister Joseph Goebbels, ebenfalls im Barnim, brannte der Wald konnte aber gelöscht werden. Waldbrände wurden auch aus Cottbus, am Autobahndreieck Spreewald Oberspreewald-Lausitz und im Süden von Teltow- Fläming gemeldet.

In Hennickendorf, einem Ortsteil der Gemeinde Rüdersdorf bei Berlin im Landkreis Märkisch-Oderland, brannten 60 Hektar Wald, die Feuerwehr bekam die Lage aber unter Kontrolle.

Ob Gewitter helfen, ist nicht sicher

Zwar sind für Donnerstag Gewitter angekündigt, doch die Experten sind skeptisch, ob das die Lage entspannt. Heftige Winde könnten die Flammen auch weiter entfachen. Auf dem früheren Truppenübungsplatz bei Jüterbog versucht die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle zu halten.

„Die Einsatzkräfte waren in der Nacht sehr aktiv“, sagte Engel. Wie sich die Lage weiter entwickele, sei aber vom Wind abhängig. „Wenn sich Gewitterzellen bilden, kann sich auch in weiterer Entfernung davon Wind aufbauen.“ Der kann wiederum dazu führen, dass das Feuer um sich greift.

Die Feuerwehr wässerte darum vor allem den Außenbereich, um eine Ausbreitung zu verhindern. Bislang brennt es im Innenbereich, wo die Rettungskräfte nicht löschen können. Das Areal ist ein ehemaliger Truppenübungsplatz, im Boden werden Munitionsreste vermutet, was die Arbeiten erschwert.

Fast in ganz Brandenburg außer in der Prignitz herrschte am Mittwoch die fünfte, also höchste Waldbrandgefahrenstufe. Zumindest mit der Geruchsbelästigung in den südwestlichen Teilen Berlins war es am Mittwoch vorbei. Die Berliner Feuerwehr hatte am Dienstag empfohlen, Fenster und Türen zu schließen. Die Warn-App Katwarn zeigte am Mittwoch massive Geruchsbelästigungen für Potsdam-Mittelmark, Teltow und Brandenburg/Havel an. (ada/apo/axf)

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