• Weihnachtsbaum vor der Gedächtniskirche aufgestellt: Vorbereitungen für Adventsmarkt am Breitscheidplatz

Weihnachtsbaum vor der Gedächtniskirche aufgestellt : Vorbereitungen für Adventsmarkt am Breitscheidplatz

Der Weihnachtsbaum in der City West steht. Spender des 25 Meter hohen Riesen ist ein Ehepaar aus Rudow.

Lisa Kim Nguyen
Nicht abgeneigt. Die Berliner gucken zu, wie der Baum aufgestellt wird.
Nicht abgeneigt. Die Berliner gucken zu, wie der Baum aufgestellt wird.Foto: Lisa Kim Nguyen

25 Meter groß und drei Tonnen schwer: statt einer Tanne steht für den 36. Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz ein Mammutbaum. Gespendet hat ihn das Ehepaar Andrea und René Werner aus Rudow. Der Baum stehe seit Mitte der 90er Jahren in ihrem Garten, der Vorbesitzer habe ihn gepflanzt – und am Mittwoch als offizieller Weihnachtsbaum für den Markt am Breitscheidplatz aufgestellt.

„Der Baum wuchs so schnell. Als ich 2003 ins Haus zog, hatte er einen Durchmesser von 30 bis 40 Zentimeter. Dieses Jahr betrug er 1,3 Meter und fing an, den Nachbarszaun wegzudrücken. Gleichzeitig ist der Baum auch von 15 auf 20 Meter gewachsen", sagt René Werner. Und bevor der Baum zu Gefahr für die Nachbarn wird, wollten sie ihn fällen.

Der Weihnachtsbaum für den 36. Weihnachtsmarkt an der Gedächtnis-Kirche kommt auf einem Sattelschlepper aus Rudow.
Der Weihnachtsbaum für den 36. Weihnachtsmarkt an der Gedächtnis-Kirche kommt auf einem Sattelschlepper aus Rudow.Foto: Carsten Koall/dpa

Andrea Werner fand es aber schade, dass der Baum auf den Gartenmüll landen würde. Sie habe dann das Bürgertelefon 115 angerufen, den zentralen Telefonservice für Berliner Bürger. Dort habe man dem Ehepaar empfohlen, sich an den Schaustellerverband zu wenden.

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Die Spender. Der Mammutbaum stammt aus dem Rudower Garten von Andrea und René Werner.
Die Spender. Der Mammutbaum stammt aus dem Rudower Garten von Andrea und René Werner.Foto: Lisa Kim Nguyen

Michael Roden, Vorsitzender des Schaustellerverbandes, stammt auch aus Rudow und ist gleich den Werners gefahren. "Wir fangen an, ab dem Sommer nach einem Weihnachtsbaum zu suchen. Als ich dann vorbeikam, wusste ich: Das ist er. Zwei Tage später haben wir den Baum gefällt." Er habe ein Gespür für die richtigen Bäume, sagt Roden. Besonders dieser Baum sei rundherum gut gewachsen und von allen Seiten schön anzusehen.

Passgenau. Der Weihnachtsbaum wird vor der Gedächtniskirche verankert.
Passgenau. Der Weihnachtsbaum wird vor der Gedächtniskirche verankert.Foto: Carsten Koall/dpa

Geschmückt wird der Baum mit rund 15.000 Kugeln von Lichtdesigner Andreas Boehlke, der laut Rogen "halb Berlin beleuchtet." Der Baum soll bis zur Pressekonferenz des Weihnachtsmarktes am 21. November fertig geschmückt werden. Der Markt öffnet dann am 25. November, an den Buden wird aber schon jetzt geschraubt – und einige Straßen rund um den Platz an der Gedächtniskirche sind gesperrt. Nach dem Ende der Weihnachtszeit werde der Baum in "lauter kleiner Mammutbäume" gehäckselt und an die Elefanten im Zoo gefüttert, sagt Roden.

Die Berliner waren nicht immer zufrieden mit den Bäumen

Wenn der Weihnachtsbaum an der Gedächtniskirche aufgestellt wird, schaut Berlin genau hin. Als 2010 ein weißer Plastikkegel als Weihnachtsbaum aufgestellt wurde, tauften ihn die Berliner als "Pommestüte" oder "aufgeblasenen Pfropfen." Im Jahr 2000 wurde der Weihnachtsbaum, eine bayrische Fichte, für zu klein befunden – und diente nach nur einem Tag als Grünfutter für die Elefanten im Zoo.

Oh, Pannebaum - die Tops und Flops der Weihnachtsbäume in der City West
Ach herrje, die City West und ihre Weihnachtsbäume. Eine stets ulkige Geschichte - und auch dieses Exemplar 2010 gehörte sicherlich dazu.Weitere Bilder anzeigen
1 von 13Foto: dpa
14.11.2018 09:59Ach herrje, die City West und ihre Weihnachtsbäume. Eine stets ulkige Geschichte - und auch dieses Exemplar 2010 gehörte...

Die jährliche Aufstellung des Weihnachtsbaums habe jedoch auch eine emotionale Bedeutung für die Stadt. "Die Menschen mögen den Markt und für viele ist der Besuch ein Familienritual.", sagt David Eckel, Pressesprecher der Schaustellerbetriebe. Auch Auswirkungen vom Terroranschlag vor rund drei Jahren spüren die Mitarbeiter bis heute. „Die Schausteller sind andächtiger geworden,“ sagt Eckel. „Aber sie wollen den Besuchern eine Freude machen – trotz diesen Eindrücken.“

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