Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche : Massive Absperrungen am Breitscheidplatz

Der Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz wird durch Poller und Lkw-Sperren gesichert. Auch der Opfer des Terroranschlags soll wieder gedacht werden.

Menschen laufen zwischen Anti-Terror-Pollern am Breitscheidplatz hindurch.
Barrieren am Breitscheidplatz.Foto: Carsten Koall/dpa

Der Weihnachtsmarkt auf dem Charlottenburger Breitscheidplatz findet vom kommenden Montag an zum 36. Mal statt – zum dritten Mal nach dem Terroranschlag im Dezember 2016. Damals wurden zwölf Menschen getötet und viele weitere verletzt, als ein islamistischer Attentäter mit einem Lkw auf den Platz raste. Eine unübersehbare Folge des Anschlags sind die massiven Absperrungen. „Optisch können wir uns verbessern“, sagte der Leiter des Polizeiabschnitts 25, Dirk Gerasch. „Ich hoffe, dass es nächstes Jahr genauso sicher, aber schöner wird“, sagte er am Donnerstag bei einer Vorstellung des Markts, zu der die Veranstalter um den Berliner Schaustellerverband und die AG City eingeladen hatten.

Der Pfarrer der Gedächtniskirche hält die Poller für „Verschandelung“

Eine „Verschandelung“ des Platzes durch Gitterkörbe mit Sandsäcken, Poller und mobile Lkw-Sperren haben der Pfarrer der dortigen Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche, Martin Germer, und Hoteliers aus der Umgebung bereits vor Monaten kritisiert.

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Denn in einem Pilotversuch hatte die Senatsinnenverwaltung die Sicherheitsmaßnahmen im vorigen Frühjahr nochmals verstärkt. Erst ab dem April 2020 sollen ansehnlichere Absperrungen installiert werden, darunter eine Betonbarriere mit „Berlin“-Schriftzug.

Am 19. Dezember ist eine Andacht geplant

Die Fortführung des Markts signalisiert nach Ansicht des Charlottenburg-Wilmersdorfer Vize-Bürgermeisters Arne Herz (CDU), dass „wir uns nicht unterkriegen lassen“. Am 19. Dezember, dem Jahrestag des Anschlags, soll es um 19 Uhr eine Andacht in der Gedächtniskirche im Beisein von Angehörigen der Opfer geben. Über weitere Gedenkveranstaltungen werde noch beraten, sagt Pfarrer Germer.

Der Markt läuft bis zum 5. Januar. Bereits zum Auftakt am 25. November gibt es um 10 Uhr einen Gottesdienst in der Kirche. Die offizielle Eröffnung mit Ehrengästen wie dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) folgt um 17 Uhr.

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