Weniger Stau auf dem Messegelände : Senat und Messe Berlin starten 5G-Projekt

Die neue Technologie soll den Lieferverkehr koordinieren. Auf dem Messegelände kommt es immer wieder zu Stau- und Verkehrschaos.

Tanja A. Buntrock
Pünktlich zum Start der Grünen Woche gibt es grünes Licht für die neue Technik.
Pünktlich zum Start der Grünen Woche gibt es grünes Licht für die neue Technik.Foto: obs/Messe Berlin - Volkmar Otto

Ein gemeinsames Pilotprojekt zur 5G-Technik zwischen der Senatswirtschaftsverwaltung und der Messe Berlin wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) mit 100.000 Euro gefördert. Im ersten Halbjahr 2020 entwickeln die Partner ein Konzept, mit dem durch 5G-Technik die Logistikabläufe auf dem Messegelände dynamisch und nahezu in Echtzeit geregelt werden können.

Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne): „Durch die Verfügbarkeit von schnellem 5G-Mobilfunk können zahlreiche Abläufe aus Logistik und Mobilität auf dem Messegelände getestet und demonstriert werden. Ein wichtiger Schritt zu mehr Effizienz und Nachhaltigkeit. Wir möchten damit andere Berliner Unternehmen motivieren, auch die Möglichkeiten der neuen Mobilfunkgeneration zu nutzen.“

Der Chef der Messe Berlin, Christian Göke, ergänzte: „Wir arbeiten ständig daran, die Infrastruktur auf unserem Gelände auszubauen, um unseren Ausstellern und Gästen aus aller Welt ein immer besserer Gastgeber zu sein. Deshalb ist der Einsatz von 5G-Technologie für eine effizientere Logistik hoch interessant für uns.“ Gleichzeitig verspreche er sich davon eine maßgebliche Entlastung des Geländes, weniger Staus und damit weniger Belastung auch im Umfeld der Messe“.

Die Senatswirtschaftsverwaltung habe verschiedene Projektpartner im Vorfeld analysiert, sagte ein Sprecher. Die Entscheidung sei dann auf die Messe Berlin gefallen, da diese ein großes Eigeninteresse gezeigt habe und die Chance am realistischsten erschien, dass das Pilotprojekt auch umgesetzt wird.

Im vergangenen Jahr fanden auf dem Gelände unter dem Funkturm mehr als 70 Veranstaltungen statt – darunter die IFA und die Internationale Grüne Woche, die das gesamte Gelände belegen. Entsprechend eng seien Platz und zeitliche Taktung für Auf- und Abbauten mit den dazugehörigen Verkehren.

Weniger Staus durch neue Technologie

IT-, Logistik-, und Verkehrsexperten von der Senatsverwaltung und von der Messe Berlin erarbeiten nun ein Konzept für ein sogenanntes Real Time Location System (RTLS). An- und Abfahrten sowie die Navigation auf dem Gelände sollen damit noch effizienter zu steuern sein. Das Ziel: Besonders den Lieferverkehr so gleichmäßig zu verteilen, dass Staus und Wartezeiten minimiert werden und gleichzeitig alle Aussteller rechtzeitig ihre Lieferungen erhalten.

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Durch die neue Technik können Fahrzeuge präzise, das heißt auf mindestens einen halben Meter, lokalisiert werden. So können zum Beispiel frühzeitig freigewordene Parkflächen sofort entdeckt und genutzt werden. Fahrzeuge auf dem Gelände können damit auch punktgenau zu dem zugewiesenen Parkplatz navigiert werden, was Irrfahrten und falsches Abstellen vermeidet. Noch sei das Gelände nicht permanent mit 5G-Mobilfunk ausgebaut, es werde aber derzeit an einer Gesamtabdeckung gearbeitet, sagte ein Sprecher der Senatsverwaltung. Gespräche dazu liefen, die Behörde unterstützte die Messe Berlin dabei.

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