Alternative Sperenberg?

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Wie geht es weiter nach dem BER-Desaster? : Pack die Fluggastbrücke ein …

Die langfristige Alternative heißt für Faulenbach: Sperenberg, wo statt 100 000 nicht einmal 2000 Menschen im kritischen Lärmbereich von mehr als 55 Dezibel wohnten und die Verkehrsanbindung für rund 500 Millionen Euro machbar wäre: Die Bundesstraße 101 sei bereits angemessen ausgebaut, der Bahnanschluss oberirdisch leicht zu machen.

BER-Eröffnungstermin erneut geplatzt
Die Lage am BER ist ernst. Flughafen-Technikchef Horst Amman fand am Dienstag im bei „hr-iNFO“ deutliche Worte für das Dilemma: „Die Probleme sind leider Gottes nach dem, was wir jetzt wissen und was wir sehr mühevoll in den letzten Monaten aufgedeckt haben, heftig, sehr heftig. Und zwar so gravierend, fast grauenhaft, dass die Maßnahmen, die wir jetzt ergriffen haben, notwendig waren.". Amann hat nach Angaben von Brandenburgs Landesregierung erstmals am vergangenen Freitag darüber informiert, dass der geplante Termin 27. Oktober für den neuen Hauptstadtflughafen „real nicht zu halten“ sei. Medienberichten zufolge hatte Amann sogar schon am 18. Dezember auf eine weitere Verschiebung hingewiesen.Weitere Bilder anzeigen
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08.01.2013 10:29Die Lage am BER ist ernst. Flughafen-Technikchef Horst Amman fand am Dienstag im bei „hr-iNFO“ deutliche Worte für das Dilemma:...

Die Anwohner könnten für 200 bis 300 Millionen Euro umgesiedelt werden. Einziger Nachteil: Die Technik des BER sei größtenteils immobil – und bei einem Umzug obendrein veraltet, denn inklusive Planung würde ein neuer Airport erst in etwa 15 Jahren fertig. „Für vier bis fünf Milliarden Euro hätte man aber dann einen wirklich zukunftsfähigen Flughafen“, sagt Faulenbach und meint damit auch, dass er wegen der erweiterten Nachtflugmöglichkeiten privat finanziert werden könne. In Schönefeld war die Privatisierung gescheitert, so dass nun die Flughafengesellschaft im Namen der Steuerzahler baut.

Unterstützung bekommt Faulenbach erwartungsgemäß von den Initiativen, die gegen Schönefeld kämpfen: Ferdi Breidbach, der Ex-Vorsitzende des Bürgervereins Brandenburg- Berlin, bezeichnet Sperenberg als „den Standort, an dem alles möglich ist, wonach die Luftfahrtbranche schreit“ und verweist auf das 2011 präsentierte „Nachnutzungskonzept“, das Schönefeld als Flughafen für Regierungs- und Privatmaschinen und Standort für die Luftfahrtschau ILA vorsieht. Auch die Friedrichshagener Bürgerinitiative lobt das Konzept, will sich aber nicht auf die Alternative Sperenberg festlegen. Und ein Sprecher betont: „Wir sind nicht schadenfroh angesichts dessen, was jetzt rund um Tegel passiert.“



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