Winterferien in Berlins Museen : Spannende Workshops für junge Meister

Die Winterferien nahen - und Berlins Museen laden Kinder zu Abenteuern ein. In Workshops können sie malen, schneidern, forschen und entdecken.

Voll dabei. Kinderführung durchs Deutsche Historische Museum Unter den Linden. Auch dieses Museum bietet während der Winterferien besondere Rundgänge und Kurse für junge Berliner an. Infos dazu findet man online unter www.dhm.de/ferienprogramm.
Voll dabei. Kinderführung durchs Deutsche Historische Museum Unter den Linden. Auch dieses Museum bietet während der Winterferien...Foto: IMAGO, David Heerde

Alte, abgetragene Klamotten im Schrank? Wohin damit? Kein Problem. „Wir machen zusammen mit Euch einfach neue Kleider daraus“, schreiben die Mitarbeiter des Modeateliers im Berliner Kunstgewerbemuseum am Kulturforum – und laden dazu Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren ein. Der Zeitpunkt ist gut gewählt, denn vom 3. bis 11. Februar sind in Berlin Winterferien. Freie Bahn also für spannende Aktionen, zum Beispiel beim viertägigen „Upcycling“-Workshop für junge Modedesigner im Kunstgewerbemuseum. „Eure alten, mitgebrachten Teile werden zu neuen individuellen Kleidungsstücken geschneidert und kombiniert“, heißt es dazu im Programm.

Im Neuen Museum dreht sich alles um heiße Feuer-Themen

Aber das ist bei weitem nicht der einzige Museums-Workshop während der Schulferien. Die Staatlichen Museen zu Berlin haben eine ganze Reihe solcher Angebote zusammengestellt, frei nach dem Motto: Dröge Museen? Von wegen!. Schließlich sind die meisten Kinder begeisterte Sammler und Entdecker, Forscher und Bastler. Also schauen wir mal in die Liste der vielfältigen ein- oder mehrtägigen Ferien-Workshops.

„Feuer – eine zündende Idee“ wirbt das Neue Museum auf der Museumsinsel für seine Entdeckungsreise zu Mythen, Erfindungen und Geschichten rund um dieses wohl älteste Hilfsmittel des Menschen. Steinzeitfeuerzeuge werden hergestellt, die jungen Teilnehmer studieren „Einschusslöcher, Vulkane und viele andere heiße Themen“ in der Ausstellung.

Im Hamburger Bahnhof pinseln junge Maler mit "Good Vibrations"

Im Hamburger Bahnhof, dem Museum für Gegenwart an der Invalidenstraße in Mitte, geht’s hingegen um „Good Vibrations“ in der Malerei. „Was macht Dir Spaß beim Malen? Dich in ein Motiv zu vertiefen. Unendliche Pinselschleifen ziehen“, steht in der Einladung. Wer sich anmeldet, lernt malerische Techniken moderner Künstler wie Andy Warhol oder Richard Jackson kennen und entwickelt daraus eigene Ideen.

In der Gemäldegalerie stehen Winterabenteuer im Mittelpunkt

Weiter geht’s zur Gemäldegalerie am Kulturforum, wo einige Bilder eine Wetterperiode dokumentieren, die Berlin schon lange nicht mehr erlebt hat, schon gar nicht in diesem Winter. Vor etwa 400 Jahren gab es einen Kälteeinbruch in Europa, eine kleine Eiszeit. Tiefschnee, gefrorene Seen, Vergnügen auf Schlittschuh- und Schlittenkufen zeigen die Gemälde aus dem 17. Jahrhundert. Derart heftig wird wohl keines der Workshop-Kinder die kalte Jahreszeit bisher erlebt haben, doch an eigene Winterabenteuer erinnern sie sich bestimmt. Ihre persönlichen Geschichten können sie im Museum mit Kreide, Aquarellfarben oder Drucktechniken zu Papier bringen.

Im Bodemuseum starten Kinder nach Afrika

Um Kunst- und Kultgegenstände aus Afrika dreht sich hingegen ein Workshop im Bodemuseum auf der Museumsinsel. Einzelne Objekte werden erforscht, fotografiert, Geschichten werden dazu erfunden – und dabei ergeben sich wichtige Fragen. Beispielsweise: Kann ein Stuhl Macht ausdrücken? Was bedeuten Nägel, die in eine Skulptur geschlagen sind?

Im Museum Berggruen an der Schloßstraße in Charlottenburg ist Pablo Picasso Vorbild. Wie malte er Gegenstände sowohl von vorne wie von der Seite? Wie entstehen kubistische Kunstwerke? Jeder darf’s hier mal ausprobieren, als Maler, Fotograf oder Collagen-Künstler.

Und was bieten die Staatlichen Museum noch so alles an? Zum Beispiel Papier-, Papyrus- und Pergamentherstellung im Alten Museum, einen japanischen Kimono nähen im Kunstgewerbemuseum oder „Kopieren wie im Mittelalter“ im Museum für Islamische Kunst auf der Museumsinsel. Vervielfältigungstechniken wie Lochschablonen gab’s ja schon lange Zeit vor unseren heutigen Kopierern.

Auch "Jugend im Museum" bietet Kurse an

So viel zu den Ferien-Workshops. Berlins Museumslandschaft bietet Schulkindern, die mal nicht zum Unterricht müssen, aber noch weitaus mehr. Beispielsweise der Verein „Jugend im Museum“: Er organisiert gleichfalls Kurse während der Winterferien. Im Käthe-Kollwitz-Museum an der Fasanenstraße in Charlottenburg erleben Kinder, wie Angst, Freude, Schmerz und andere Gefühle in Werken der Künstlerin zum Ausdruck kommen, sie tanzen dazu und spielen Theater. Im Museum der Dinge in Kreuzberg wird ein biografisches Fotobuch selbst gestaltet.

Wer kennt das MACHmit-Museum und Labyrinth-Museum?

Und dann – nicht zu vergessen! – gibt es in Berlin ja noch zwei Museen nur für Kinder: Das „Machmit-Museum an der Senefelder Straße in Prenzlauer Berg mit seiner Kinderfilm-Reihe und der Ausstellung „Indianische Kulturen und die Kunst des Kennenlernens“ (www.machmitmuseum.de). Und das „Labyrinth-Kindermuseum“ an der Osloer Straße in Wedding (www.labyrinth-kindermuseum.de). Ein Blick auf dessen Website lohnt sich: Es veranstaltet gleichfalls Ferienworkshops.

Zu allen Workshops muss man sich anmelden.

Reservierungstelefon der Staatlichen Museen: 266424242, alle Kurse findet man unter: www.smb.museum. Verein „Jugend im Museum“, Telefon: 266422242, www.jugend-im-museum.de.

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