• Wohnatlas der Postbank für 2019: Wohnungspreise in Berlin nochmal zehn Prozent teurer

Wohnatlas der Postbank für 2019 : Wohnungspreise in Berlin nochmal zehn Prozent teurer

4639 Euro je Quadratmeter kostete Wohnungseigentum in Berlin. Charlottenburg-Wilmersdorf ist teuerster Bezirk. Auch Umland wird teurer.

Schön und teuer - neue Eigentumswohnungen kosten in Berlin nun mehr als 5700 Euro je Quadratmater im Durchschnitt.
Schön und teuer - neue Eigentumswohnungen kosten in Berlin nun mehr als 5700 Euro je Quadratmater im Durchschnitt.Foto: picture alliance/dpa

Die Stadt Berlin verzeichnete im vergangenen Jahr den zweithöchsten Anstieg der Immobilienpreise bundesweit. Laut „Wohnatlas 2020“ der Postbank stiegen die Preise erneut um knapp zehn Prozent und damit stärker als im Schnitt des Bundesgebietes (plus 9,3). Je Quadratmeter müssen Käufer 4639 Euro bezahlen.

Der vom Amt für Statistik gemeldete Umzug vieler Berliner Haushalte ins Umland schlägt sich dort nun laut Postbank nieder: „Vor allem in den Kreisen im Umland der Metropolen – den sogenannten Speckgürteln – steigt das Kaufpreisniveau weiter an“. Die höchsten „Preissprünge“ bundesweit melden drei Brandenburger Landkreise, die allerdings nicht im Berliner Umland liegen: allen voran die Uckermark mit fast 50 Prozent.

Das war vor Beginn der Corona-Krise. Endet nun der Aufschwung? „Das Angebot an Immobilien ist sowohl im gewerblichen wie auch im Wohnungsbereich vielerorts immer noch knapp, so dass ein starker Preisverfall eher unwahrscheinlich ist“, sagte Postbank-Chefvolkswirt Marco Bargel. Dagegen sprächen auch „anhaltend günstigen Finanzierungskonditionen“.

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Aufgrund der Einschränkungen des öffentlichen Lebens sei es gegenwärtig aber schwer, Immobilien zu kaufen oder zu verkaufen. Daher ist mit einem Rückgang des Umsatzes zu rechnen.

In Berlin rechnet Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) mit einer „Delle“ bei der Bautätigkeit. Schon heute fehlen mehr als 130.000 Wohnungen. Der anhaltende Mangel an Angeboten spricht gegen sinkende Preise.

Berlins Förderbank meldet gebremsten Preisanstieg bei Neubauten

Der kürzlich erschienene Wohnungsmarktbericht der Förderbank IBB veröffentlicht ähnliche „Angebotskaufpreise“: durchschnittliche 4777 Euro je Quadratmeter, ein Plus von 9,4 Prozent. Gebremst ist aber der Anstieg der Preise für neu gebaute Wohnungen: Plus 1,2 Prozent auf 5759 Euro.

Beim Blick auf die Bezirke liegen die Angebotspreise für Wohnungen in Charlottenburg-Wilmersdorf am höchsten (5223 Euro im Median) sowie in den Innenstadtlagen von Mitte (5274 Euro). Am unteren Ende liegt Marzahn-Hellersdorf (2899 Euro) sowie Spandau (knapp 3000 Euro).

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