Zoo und Tiergarten Berlins : Zweistündiger Warnstreik der Tierpfleger

Die Tierpfleger des Berliner Tierparks und Zoos wollen am morgigen Sonntag streiken - einem Wochenendtag, an dem dort Hochbetrieb herrscht. Verdi ruft die Beschäftigten dennoch dazu auf, die Arbeit niederzulegen. Aber nicht auf Kosten der Tiere.

15. Juli 2021. Fünf Monate alt ist die kleine Tilla inzwischen und löst sich langsam vom engen Körperkontakt mit seiner Mutter. Das Gorilla-Mädchen aus dem Zoo lernt jetzt krabbeln und klettern.Weitere Bilder anzeigen
Foto: Zoo Berlin/dpa
16.07.2021 15:0215. Juli 2021. Fünf Monate alt ist die kleine Tilla inzwischen und löst sich langsam vom engen Körperkontakt mit seiner Mutter....

An den Wochenenden ist im Zoologischen Garten und auch im Tierpark Hochbetrieb – und für den morgigen Sonntag ruft die Gewerkschaft Verdi die Beschäftigten auf, die Arbeit niederzulegen. Der zweistündige Warnstreik soll von 12 Uhr bis 14 Uhr stattfinden, heißt es in einer Pressemitteilung. Wie sich der Warnstreik auf den Besucherbetrieb auswirkt, kann noch nicht gesagt werden; die Tiere sollen aber weiter gefüttert und versorgt werden.

Laut der Gewerkschaft werden sich die Beschäftigten vor dem Löwentor am Hardenbergplatz zu einer Kundgebung versammeln. „Mit diesen ersten Arbeitskampfmaßnahmen in der Geschichte des Zoologischen Gartens und des Tierparks Berlin wollen die Beschäftigten mit Nachdruck die Arbeitgeberseite überzeugen, endlich ein vernünftiges und verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen“, sagte Verdi-Verhandlungsführer Jürgen Stahl.

Bisher fanden drei Tarifverhandlungsrunden statt, die letzte am 30. April. Auch da habe die Arbeitgeberseite kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt. Lediglich Entgelterhöhungen von jeweils 1,5 Prozent für 2013 und 2014 würden die Arbeitgeber den Tierpflegerinnen und Tierpflegern zugestehen, was eine Erhöhung der Stundenlöhne von jeweils 17 Cent bedeuten würde. Die Verdi-Ausgangsforderung beinhaltet eine Entgelterhöhung von 6,7 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Der Zoo-Vorstand verweist darauf, dass er keine Senatszuschüsse mehr erhalte und die Zuwendungen an den Tierpark ständig sänken.

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