Berlin : Zu wenig Beratung für junge Familien

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Trotz der Nachrichten über misshandelte oder verwahrloste Kinder geht in einigen Bezirken Berlins die Zahl der Kontaktaufnahmen durch den Kinder- und Jugendgesundheitsdienst zurück. Einladungen, Besuche, Telefonate sollen dazu dienen, Probleme in den Familien früh zu erkennen. Vielfach würde einfach Personal fehlen, teilte die Senatsgesundheitsverwaltung mit. Insgesamt nahm der Gesundheitsdienst im Jahr 2005 zu 21 000 Familien mit Neugeborenen telefonisch oder persönlich einen ersten Kontakt auf, das ist eine Quote von 69 Prozent und gegenüber 2004 ein leichter Anstieg. Doch besonders in Treptow-Köpenick, Mitte und Spandau sank der Anteil gegenüber 2004 um mehr als zehn Prozentpunkte.

Obwohl in Neukölln die Quote mit 46 Prozent am niedrigsten ist, gibt es hier den höchsten Hilfebedarf. Jede dritte angesprochene Familie benötigte weitere Beratung, zum Beispiel weil die Eltern arbeitslos oder nicht krankenversichert sind. In Marzahn-Hellersdorf war das nur jede siebte Familie. Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher (Linkspartei/PDS) kündigte an, bei der Reform des öffentlichen Gesundheitsdienstes stärker den regionalen Bedarf zu berücksichtigen. Allerdings sei dies nur im Konsens mit den Bezirken machbar. I.B.

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