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Zusammenarbeit mit der AfD : Pazderski fordert CDU zu Umdenken auf

Der Berliner Fraktionschef der AfD wünscht sich eine Annäherung zur Union. Die Berliner CDU reagiert deutlich.

Georg Pazderski (r.), Landesvorsitzender der AfD Berlin und seine Stellvertreter Karsten Woldeit (l-r), Beatrix von Storch, und Jeannette Auricht.
Georg Pazderski (r.), Landesvorsitzender der AfD Berlin und seine Stellvertreter Karsten Woldeit (l-r), Beatrix von Storch, und...Foto: Christoph Soeder/dpa

Der Berliner AfD-Fraktionschef und stellvertretende Bundesvorsitzende Georg Pazderski hat die CDU aufgefordert, ihr Verhältnis zu seiner Partei zu überdenken. Das berichtet die Tageszeitung „Die Welt“ (Donnerstag) mit Berufung auf ein Strategiepapier Pazderskis mit dem Titel „Warum die „Mitte“ in Deutschland und in Berlin heute so schwach ist“.

Darin schreibt er: „Warum traut sich die CDU nicht zu, gegebenenfalls das bei der AfD zu verhindern, was sie für zu weit rechts hält?“

Wenn sie nach links die Rolle der Hüterin der Mitte spielen wolle und Forderungen der SPD oder der Grünen ablehne, frage er sich, warum das mit der AfD nach rechts nicht möglich sein solle. Die CDU könne doch sagen, „was mit ihr nicht zu machen ist“, argumentierte Pazderski kurz vor dem AfD-Bundesparteitag am Wochenende in Braunschweig.

Die SPD sei längst weit nach links abgeglitten, die Grünen setzten „radikaler denn je auf Verbote und auf die totale Abzocke der Bürger im Namen eines enthemmten Klimaschutzes“, heißt es der Zeitung zufolge in Pazderskis Strategiepapier. Die CDU aber stehe auch nur dann in der Mitte, wenn sie akzeptiere, dass es auch rechts von ihr eine koalitionsfähige Partei gebe.

Aus der Berliner CDU kassierte Pazderski eine Abfuhr. Landes-Chef Kai Wegner erklärte: „Die AfD ist keine bürgerliche Partei. Wer Hass sät und die Gesellschaft spaltet, kann kein Partner der CDU sein.“ Stefan Evers, Generalsekretär der Berliner CDU, sagte: „Ich nehme die Flirtversuche von Herrn Pazderski zur Kenntnis. Stelle aber fest, das wir mit dem Liebesleben der AfD nichts zu tun haben wollen.“

Keine Gesprächsbereitschaft der CDU

In Berlin sei Pazderski bislang nicht an die CDU herangetreten. „Wir wären auch nicht bereit, darüber zu sprechen“, sagte Evers. Parteien mit extremen Veranlagungen kämen für die CDU per se als Partner nicht in Frage kommen. „Ob Linke oder AfD ist für uns einerlei.“

Der Berliner CDU-General sagte, es sei bemerkenswert, dass Pazderski, der innerhalb seiner Partei immer als gemäßigt galt, nun um die Hilfe der CDU bitte, Extremisten in den eigenen Reihen einzufangen. Wer angeblich solche Probleme mit extremistischen Tendenzen habe, sagte Evers, müsse eine Partei wie die AfD verlassen. (mit dpa)

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