• Zweiter Prozesstag am Berliner Landgericht: Der mutmaßliche Mörder von Georgine schweigt

Zweiter Prozesstag am Berliner Landgericht : Der mutmaßliche Mörder von Georgine schweigt

Vor fast 13 Jahren verschwand die damals 14-jährige Schülerin. Nun prüft das Berliner Landgericht: Wurde sie Opfer eines Mannes aus der Nachbarschaft?

Der Angeklagte vor Beginn der Verhandlung in einem Gerichtssaal.
Der Angeklagte vor Beginn der Verhandlung in einem Gerichtssaal.Foto: dpa

Der mutmaßliche Mörder der vor fast 13 Jahren verschwundenen Georgine Krüger hat sich vor dem Berliner Landgericht in Schweigen gehüllt. Einer der beiden Verteidiger von Ali K. erklärte am Mittwoch zu Beginn des zweiten Verhandlungstages, sein Mandant werde sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht äußern. Zuvor hatte die Staatsanwältin die Anklage verlesen. Der 44-Jährige muss sich wegen schwerer Vergewaltigung und Mordes verantworten.

Am 25. September 2006 kam Georgine Krüger gegen 13.50 Uhr von der Schule. Sie stieg wie so oft in Moabit aus einem Bus. Etwa 200 Meter waren es bis zu ihrem Wohnhaus. Dort wartete ihre Großmutter mit dem Mittagessen. Das Mädchen kam nie an. Der Fall gehörte jahrelang zu den bekanntesten Vermisstenfällen Deutschlands. Dann im Dezember 2018 die Festnahme des Angeklagten.

Ali K. soll das Mädchen, das in derselben Straße wie er lebte, abgepasst haben. Die Ermittler sind überzeugt, dass der Mann gezielt vorgegangen sei. Unter dem Vorwand, er brauche Hilfe beim Tragen von Tüten, habe er das Mädchen in seinen Keller gelockt. Dort soll er die Schülerin mit einem Metallgegenstand bewusstlos geschlagen und vergewaltigt haben. Aus Angst vor einer Strafanzeige soll er die Schülerin erwürgt, aus dem Keller geschafft und versteckt haben. Die Leiche wurde bis heute nicht gefunden. 

Ali K. soll gegenüber einem V-Mann gestanden haben

Die Staatsanwaltschaft stützt sich in dem schwierigen Indizienprozess vor allem auf Angaben eines verdeckten Ermittlers. Gegenüber diesem V-Mann soll K. gestanden haben. Außerdem gebe es Handy-Auswertungen. Das Telefon von K. sei zur mutmaßlichen Tatzeit in derselben Funkzelle eingeloggt gewesen wie das der Vermissten. „Die Funkzelle ist dem Tatort zugehörig“, so die Staatsanwältin.

Die Mutter der Schülerin ist im Prozess eine der Nebenklägerinnen. Wie zu Prozessbeginn vor einer Woche war sie nicht persönlich erschienen. Ihr Anwalt Roland Weber sagte, die Belastung sei für sie zu hoch. Als erster Zeuge ist für den zweiten Verhandlungstag ein Hauptkommissar geladen.

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