Auf dem Union Square schlug Oats’ große Stunde

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Cable-Car-Fahrt in San Francisco : Heiliger Bimbam
Auf und ab. Blick auf die Bucht und den Hafen von San Francisco.
Auf und ab. Blick auf die Bucht und den Hafen von San Francisco.Foto: Torsten Hampel, Mauritius

Der Rückweg der ersten Tour, ins Stadtzentrum. Rauf und runter, Francisco Street, Columbus Avenue, Lombard Street. Wieder Reisebusse am Straßenrand. Bimbim. Broadway.

Oats Wagen wird immer voller. „Bitte halten Sie Ihre Arme nicht raus!“

„Bitte schnallen Sie Ihre Rucksäcke vor den Bauch, ist sicherer.“

„Hier ist Little Italy.“

„No drinks in the car, I’m sorry.“

Bimbim.

Ist hier Elektrizität im Boden?

Ein Mann läuft über die Straße, „red light, Sir!“ Die Kiefernholzbremsen quietschen, „Chinatown“.

Das Cable Car passiert eine Burger-King-Filiale, Oats zeigt auf einen Mann, der davorsteht. „Vorsicht, dieser Kerl ist ein Dieb.“

Am Union Square angekommen, fragt ein Fahrgast: „Ist hier Elektrizität im Boden?“ – „Nein, dies hier ist eine Seilbahn. Unsere Seilbahnen haben keinen Motor.“

Auf dem Union Square war es auch, wo im vergangenen Jahr Oats’ große Stunde schlug. Der 53. „Cable Car Bell Ringing Contest“ war auszutragen, Oats war ebenfalls 53 Jahre alt geworden. Das Wetter war gut. Alles schien zu passen. Er hatte sich entschieden, Michael Jacksons „Bad“ vorzutragen.

You know I'm bad, I'm bad come on, you know / You know I'm bad, I'm bad come on, you know.

Oats wurde zum vierten Mal Weltmeister

Als Oats an der Reihe war, sahen die Menschen auf dem Platz einen hochaufgerichteten, konzentrierten Mann im Führerstand, mit beiden Händen abwechselnd an einem Strick ziehend, dem Bimmel-Bedienungsstrick. Sie hörten: hektisch aufeinanderfolgende Glockentöne, es klang wie ein kollabierender Wecker. Oats wurde zum vierten Mal Weltmeister.

Er wisse noch nicht, mit welchem Lied er in diesem Jahr antreten werde, sagt er. Er freue sich schon ein wenig darauf.

Der Menschen wegen, die ihm dann wieder Beifall spenden? Auch, sagt Oats, aber die habe er jeden Tag sowieso schon an Bord. Vor allem hier, kurz vor der Market Street, der Endstation. Pass auf!

„Hey guys, end of the line! That’s it.“

Die Leute stehen auf. Sie klatschen.

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