Der Panda-Nachwuchs ist da! : Wie sie nackt aussehen, warum sie nicht flauschig sind - und super schnell

Panda-Babys im Berliner Zoo! In unserem großen ABC erfahren Sie alles, was Sie noch nie über Pandas wissen wollten.

Meng Meng hat Zwillinge zur Welt gebracht!
Meng Meng hat Zwillinge zur Welt gebracht!Foto: imago/Olaf Wagner

Es sind Zwillinge! Am Samstagabend brachte Panda-Dame Meng Meng ihren Nachwuchs im Berliner Zoo zur Welt. Beim Publikum sind die Bären extrem beliebt, doch was wissen Sie eigentlich über Pandas? Hier haben wir wenig bekannte Fakten zusammengestellt, die ab jetzt zum Grundwissen jedes Berliners und jeder Berlinerin gehören sollten. Unser ABC:

ARTENSCHUTZ

Die gute Nachricht gleich zu Beginn: Die Zahl der Pandas steigt wieder. Lebten in den 1980er Jahren weniger als 1000 Tiere in freier Natur, sind es heute wohl mehr als 1860. Trotzdem gelten die Bären immer noch als gefährdet. Die Zerstörung ihrer Lebensräume durch Waldrodung ist – neben den Problemen beim Sex (siehe S) – einer der Gründe.

BESAMUNG

Im April hatten sich Meng Meng („Träumchen“) und Jiao Qing („Schätzchen“) im Berliner Zoo gepaart. Siebenmal! Um sicher zu gehen, wurde im Anschluss mit künstlicher Besamung nachgeholfen. Unter Mitwirkung chinesischer Experten selbstverständlich. Der Nachwuchs ist nun aber Eigentum der Volksrepublik.

Die neugeborenen Panda-Zwillinge sind bei der Erstversorgung im Zoo Berlin. "Wir sind so glücklich, uns fehlen die Worte!», teilte der Zoo am Montagmorgen via Twitter mit.
Die neugeborenen Panda-Zwillinge sind bei der Erstversorgung im Zoo Berlin. "Wir sind so glücklich, uns fehlen die Worte!», teilte...Foto: dpa

CRO

Pandas gelten gemeinhin als knuffig, niedlich, schmusig. Von dem Image wollte wohl auch der Rapper Carlo Waibel, Künstlername Cro, profitieren, der stets mit Pandamaske auftritt. Ohne sie könne er sich unerkannt in der Öffentlichkeit bewegen, erklärte er mal.

Foto: Britta Pedersen/dpa

DIPLOMATIE

Was im Westen die weiße Taube, ist im Reich der Mitte der Panda: ein Friedenssymbol. Wenn China einem Land einen Bären leiht, heißt das, dass es sich mit ihm gut stellen will. Stichwort: „Panda-Diplomatie“ (siehe M). 1972 wurde die Wiederaufnahme der Gespräche zwischen China und den USA vom Einzug zweier Tiere in den Zoo von Washington, D.C. begleitet.

ESSEN

Pandas fressen Bambus, jeden Tag, zwölf bis vierzehn Stunden lang, zwölf bis dreißig Kilogramm. Der Grund für die enorme Menge ist, dass ihre Verdauungsorgane für diese Nahrung gar nicht ausgelegt sind. Dementsprechend wenig Nährstoffe können daraus gezogen werden. Pandas mangelt es unter anderem an einem langen Darm, der harte Pflanzennahrung zersetzen könnte. Erst vor wenigen Jahren fanden Forscher heraus, dass Bakterien diese Aufgabe übernehmen.

Foto: Paul Zinken/dpa

FIAT

Als „Haushaltsgerät auf Rädern“ schmähte der Autodesigner Giorgio Giugiaro seinen eigenen Entwurf. Die erste Baureihe des Fiat Panda wurde mit mehr als vier Millionen verkauften Exemplaren trotzdem eines der erfolgreichsten Modelle des italienischen Autoherstellers.

GERUCH

Pandas haben einen ausgeprägten Geruchssinn. Mit dem erschnüffeln sie Bambus sogar in totaler Dunkelheit.

HEIMAT

Große Pandas, deren erste Vorfahren vor rund zwei Millionen Jahren auftauchten, findet man heute nur noch in den Wäldern der chinesischen Provinzen Sichuan, Gansu, und Shaanxi – sowie weltweit rund zwei Dutzend Zoos.

INKUBATOREN

Pandageburten sind eine heikle Sache. Die Hälfte der Kinder stirbt an Krankheiten, oder weil die mehr als 900 Mal schwerere Mutter sie versehentlich zerquetscht. Bei Zwillingen – die Chancen dafür stehen 50:50 – wird das schwächere Geschwisterchen manchmal verstoßen. Für zwei Kinder reicht die Energie der Mutter nicht. Für den Fall der Fälle hatte die Charité dem Zoo zwei Inkubatoren zur Verfügung gestellt.

Foto: AFP

JORDAN

Warum Tiger, Puma und Gazelle als Namen für Turnschuhe ausgewählt wurden, erschließt sich. Was aber bei Nike los war, als man den „Air Jordan 1 High OG Panda“ entwarf, wird wohl ein Rätsel bleiben. Gut, das Modell ist schwarz-weiß, und ein Panda schafft immerhin 32 km/h, aber ein Tier, das allein lebt, weil es zu müde für Revierkämpfe ist, als Pate für einen Basketballstiefel?

KLEINER PANDA

Der Kleine Panda (Ailurus fulgens), auch Roter Panda oder Katzenbär genannt, ist der bucklige Verwandte der beliebten Besuchermagneten. Mit seinem rotbraunen Fell erinnert er an eine krude Kreuzung aus Fuchs und Waschbär.

Foto: Foto: Guido Kirchner/dpa

LOGO

Nicht nur Cro (siehe C), auch die Naturschutzorganisation WWF will vom Image des Pandas profitieren. Seit 1961 ist der Bär ihr offizielles Wappentier.

MILLIONENGESCHÄFT

Das Verleihen der Pandas ist für China nicht nur außenpolitisch ein Gewinn (siehe D), sondern auch finanziell. Die Leihgebühr, die der Berliner Zoo jährlich nach Peking überweist, beträgt rund eine Million US-Dollar.

NETZWERK

Was ist in etwa so selten wie ein Panda? Eine Frau in der Führungsetage eines deutschen Unternehmens. So begründet das Frauennetzwerk „We are Panda“ aus Meiring und Berlin, warum es sich nach dem Tier benannt hat.

OLYMPISCHE SPIELE

Handelskrieg? Überwachung? Menschenrechte? Egal. Hauptsache Bärchen! Bei der Einstimmungsshow auf die Spiele 2022 in Peking schickte China im vergangenen Jahr leuchtende Rollschuh-Pandas auf die Bühne. „Tolle Show mit sehr ästhetischen Videoeffekten und viel Tempo!“, lobte „Zeit Online“. Bereits bei den Spielen 2008 war der Bär (Jingjing) neben einem Fisch (Beibei), einer Feuer (Huanhuan), einer Antilope (Yingying) und einer Schwalbe (Nini) als Maskottchen im Einsatz.

Foto: dpa

PELZ

So knuddelig er aussieht, Pandapelz ist nicht weich und flauschig, sondern dick und drahtig. Auf dem Schwarzmarkt bekommt man für ein Fell trotzdem bis zu 100 000 US-Dollar. Ob dabei eine Rolle spielt, dass der Schlaf auf Pandahaar nach altem Volksglauben böse Geister vertreiben soll, ist ungeklärt. Genauso wie die Frage nach der charakteristischen Farbgebung. Eine Erklärung besagt, dass die Augenringe die Tiere größer und aggressiver erscheinen lassen.

QING, JIAO

Der zukünftige Papa Jiao Qing (Zuchtbuchnummer: 769) stammt wie seine Partnerin aus der Pandabase Chengdu. Die 1987 gegründete Station in Sichuan hat die Aufgabe, Pandas künstlich zu züchten. Im Sommer 2017 kamen die Bären per Luftfracht nach Berlin

Foto: Xinhua/dpa

RASUR

Für die Ultraschalluntersuchung musste Meng Meng mehrmals der Bauch rasiert werden. Gefallen hat ihr das nicht so gut, wie man hört. Enthaart man einen Panda, kann man jedoch die interessante Beobachtung machen, dass die Haut unter dem schwarzen Fell ebenfalls schwarz, an den weißen Stellen jedoch rosa ist.

SEX

Dass es so wenige Pandas gibt, hat auch mit ihrem Paarungsverhalten zu tun. Weibchen sind nur einmal im Jahr für ein bis drei Tage fruchtbar. Und selbst dann lassen sich die Männchen mitunter heftig bitten.

Caught in the Act. Im April paarten sich die Berliner Pandas Meng Meng (vorne) und Jiao Qing (stehend).
Caught in the Act. Im April paarten sich die Berliner Pandas Meng Meng (vorne) und Jiao Qing (stehend).Foto: REUTERS

TATZEN

Pandas haben an den Händen je einen Extra-Daumen, weshalb sie besser zupacken können als viele andere Tiere. Streng genommen handelt es sich dabei aber nicht um einen Finger, sondern einen übergroßen Handgelenksknochen.

URINWERTE

Weil die Berliner Exemplare nur eine Leihgabe sind (siehe M), werden die Eigentümer während der Schwangerschaft monatlich über den Zustand der Tiere informiert. Dazu zählen Körpertemperatur, Verpflegung und – Urinwerte.

VERDAUUNG

Ein Panda produziert am Tag Haufen mit einem Gesamtgewicht von bis zu 28 Kilogramm (Jiao Qings Rekord liegt bei 18)! Bevor das Jagen der Tiere verboten wurde – zeitweise stand darauf die Todesstrafe –, orientierten sich Jäger an den Ausscheidungen. Unverdaute Teile wurden früher angeblich auch zu Bilderrahmen und Lesezeichen verarbeitet.

WERBUNG

2010 drehte die ägyptische Werbeagentur Elephant Cairo eine Reihe Werbespots für ein Produkt namens „Panda Cheese“, in dem ein Riesenpanda Menschen terrorisiert, die den Käse nicht kaufen wollen. Die verstörenden Clips wurden mit mehreren Preisen ausgezeichnet und zu einem viralen Hit im Internet. Auf Youtube sind sie nach wie vor zu finden.

XI JINPING

Der chinesische Präsident kam 2017 persönlich nach Berlin, um am 5. Juli der Eröffnung des neun Millionen Euro teuren „Panda Gardens“ im Zoo beizuwohnen.

YOUTUBE

Mehr als 160 Millionen Klicks? Das schaffen auf Youtube sonst nur Katzenvideos. Oder eben das niesende Pandababy, das seiner Mutter den Schreck ihres Lebens verpasst. Gesundheit!

ZÄHNE

Pandas besitzen die größten und kräftigsten Backenzähne aller Raubtiere. Ihre 42 Beißerchen, die sie in zwei Schüben bekommen, zeichnen sie als Fleischfresser aus. Tatsächlich futtern die Bären auch Tiere. Aber nur, wenn sie ihnen quasi in den Schoß fallen. Zum Jagen sind Pandas viel zu träge. Und warum nun Bambus? Naja, Bambus läuft nicht weg ...

Foto: Felix Heyder dpa/lbn

4 Kommentare

Neuester Kommentar