Bali in Berlin

Seite 2 von 5
Entspannung : "I'll be back": Der Therminator testet Spa-Oasen
Bettina Seuffert
20 000 Quadratmeter, elf Saunen, jede halbe Stunde ein anderer Aufguss: Das Vabali Spa ist nichts für Entscheidungsschwache.
20 000 Quadratmeter, elf Saunen, jede halbe Stunde ein anderer Aufguss: Das Vabali Spa ist nichts für Entscheidungsschwache.Foto: DAVIDS

VABALI SPA

Der Therminator brummt „Where the streets have no name“. Er marschiert vom Berliner Hauptbahnhof zur Justizvollzugsanstalt, durch Reihenhaussiedlung und Industriegebiet. Als Sonntagsspaziergang besonders in grauer Atmosphäre sehr zu empfehlen. „I wanna run / I want to hide / I want to tear down the walls that hold me inside…“ Was hat der Therminator mit halb Prenzlauer Berg gemeinsam? Einen Gutschein fürs Vabali-Spa!

Am Empfang kann der Mensch den Gutschein nicht sofort einbongen. Die Ding-dong-Meditationsmusik macht den Therminator jetzt schon wuschig. Kann nicht mal U2 laufen, oder wenigstens was vom Soundtrack, zum Beispiel „Burnin’ In The Third Degree“ von Tahnee Cain & Tryanglz? Schon gut, das passt natürlich nicht in diese Berliner Bali-Simulation. Ordentlich Holz wurde hier verbaut, das angeblich von der indonesischen Insel eingeflogen wurde. Überall stehen wuchtige offene Schränke, geschnitzte Türrahmen umfassen den Eingang zum altenglisch anmutenden Erholungsraum. Ein Mix, der den Therminator verwundert zurücklässt.

Den Impuls, mit der Handkante einmal draufzuschlagen, bis es splittert, kann er nur schwer unterdrücken. 20000 Quadratmeter ist das Spa groß, es gibt elf Saunen – von der 200-Mann-Legebatterie bis zur Zehn-Leute-Holzhütte im Garten alles dabei. Der Therminator steht etwas unter Druck, denn alle halbe Stunde ist irgendwo ein Aufguss. Zögernd steckt er einen Finger in das Orangensalz und leckt ab. Schmeckt. Ein beheizter Pool im Außenbereich dampft im Winter alles voll mit Nebel.

Nach dem Essen wird noch die Massage getestet

Typische Gäste: das junge Paar, das mit dem Spa-Gutschein kam.
Typische Gäste: das junge Paar, das mit dem Spa-Gutschein kam.Foto: promo

Der Therminator kennt keine Scham und steigt nackt hinein. Sehr angenehm. Er beobachtet, wie ein Gast zufällig einen Kollegen trifft. Berlin = Dorf. Der Therminator hat jetzt großen Hunger. Mechanisch blättert er im erstaunlich kühlen Restaurant durch die Karte. Was ist „exquisite regionale Well-Fit-Küche“? Die „Buddha Bowl“? Das portugiesische Kokosbrötchen mit Ei und Bacon? Davon bestellt er gleich sieben Stück. Schmeckt.

Kauend lässt er seinen Blick durchs Restaurant wandern. Manche tragen Stricksocken in Adiletten und haben sich in ein Farbverlauf-Handtuch gewickelt. Das sieht aus, als würden sie zu Hause am Küchentisch sitzen. Nicht sein Style.

Nach dem Essen testet er die Massage. „Schön kräftig“, bestimmt er. Doch die Masseurin streichelt ihn eher, statt die steinartigen Verspannungen des Therminators zu lösen. Sie gibt auf. Zehn der 30 Minuten widmet sie seinem verkrampften Kiefer. Kitzelt.

Fazit: I’ll be back.

SEYDLITZSTR. 6, 10557 BERLIN, geöffnet täglich von 9–24 Uhr, Eintritt ab 29,50 Euro. www.vabali.de

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben