Überraschung an der Ostsee

Seite 3 von 5
Entspannung : "I'll be back": Der Therminator testet Spa-Oasen
Bettina Seuffert
Ist Erholung auch im flachen Gewässer möglich?
Ist Erholung auch im flachen Gewässer möglich?Foto: promo

OSTSEE-THERME

Der Therminator ist mit der Bäderbahn nach Usedom gefahren. Das hat ihn einige Überwindung gekostet, denn er hält die Kaiserbäder für überschätzt. Trotzdem läuft er tapfer die Heringsdorfer Seebrücke entlang bis zum Restaurant Ponte Rialto, wo er die fettigste Pizza Salami seines Lebens verspeist. Auf dem Rückweg klatscht ihm das Salzwasser ins Gesicht, er saugt die frische Luft in seine Lungen. So gestärkt wandert er weiter Richtung Ostsee-Therme, die schräg gegenüber dem Miniatur-Bahnhof von Heringsdorf errichtet wurde.

Drinnen die erste Überraschung: Das Interieur ist in seiner Lieblingsfarbe Gelb gehalten. Die Umkleidesituation ist in Ordnung, der Therminator entdeckt diesen Bügel-Klamottennetz-Zwitter, den man sonst nur in Hallenbädern findet, äußerst praktisch.

Zunächst sucht er die Nackenfontäne, der Wasserstrahl trifft mit ordentlich Wumms auf seine stahlharte Rotatorenmanschette. Könnte es noch besser werden? Das Solebecken hat 33 Grad und befindet sich unter einer verglasten Kuppel, durch die der Therminator den wolkenverhangenen Himmel erahnt. Er nimmt einen tiefen Schluck Salzwasser und spürt die wohltuende Wirkung auch innerlich. Jetzt beginnt sich der Therminator etwas zu langweilen – die Usedom-Therme ist, verglichen mit den anderen seiner Testreihe, etwas zu konventionell.

Hätte man dafür bis an die Ostsee fahren müssen?

Das Spa hat, wie könnte es anders sein, ein balinesisches Konzept: „Schließen Sie die Augen und genießen Sie den Duft von edlem Räucherwerk und betörenden Blütenessenzen.“ Der Therminator möchte einfach nur eine normale Teilkörper-Massage, doch es sind keine Termine mehr frei. Nach einer großen Portion Frust-Pommes mit Ketchup am Beckenrand entdeckt er dann doch etwas Neues: einen warmen, flachen Pool für „Menschen“ unter 90 cm, mit wasserspuckenden Flusspferden am gekachelten Rand.

Langsam gleitet er hinein und lässt sich von den Wesen in Schwimmwindeln auf den Kopf patschen – eine nicht unangenehme Variante der Akupressur, noch dazu kostenfrei. Dem Therminator entweicht erstmals ein genussvolles Seufzen. Doch hätte er dafür bis an die Ostsee fahren müssen?

PS: Nachdem der Therminator abgereist war, musste die Ostsee-Therme Usedom für die jährlichen Renovierungsarbeiten geschlossen werden.

Fazit: I may be back.

LINDENSTR. 60, 17419 HERINGSDORF geöffnet wieder ab dem 21.1., Montags bis Samstags von 10–21 Uhr, Sonntags von 10 bis 20 Uhr. Preis: Tageskarte 26 Euro www.ostseetherme-usedom.de

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben