Wie das Projekt finanziert wurde

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Experimentelle Wohnformen in Berlin : Wie die Baugruppe Spreefeld lebt
Außen. Die Genossenschaft Spreefeld, Blick aufs Wasser, beste Lage.
Außen. Die Genossenschaft Spreefeld, Blick aufs Wasser, beste Lage.Foto: Ute Zscharnt

Die Grundidee ist simpel: Es gibt Dinge, die jeder in einer Wohnung braucht – einen Platz zum Kochen, Essen, Sitzen, zum Waschen. Aber eben nur manchmal. Warum diese Dinge nicht miteinander teilen? Das führt dazu, dass die Preise niedriger sind als bei klassischen Häusern. Gemeinschaftlich genutzte Quadratmeter werden gemeinschaftlich bezahlt.

Die Baukosten im Spreefeld lagen bei rund 2100 Euro pro Quadratmeter, deutlich weniger als die Hälfte des Üblichen. Das liegt auch daran, dass sie vor sechs Jahren für das Grundstück nur 2,3 Millionen Euro gezahlt haben – nach heutigen Maßstäben günstig. Und die Bewohner brachten viel Eigenkapital mit, umgerechnet 40 Prozent für das 17-Millionen-Euro-Projekt. Der zu tilgende Kreditanteil ist entsprechend gering. Anders als bei anderen Genossenschaften wie etwa im Möckernkiez scheinen Finanzierungsprobleme am Spreefeld keine große Rolle gespielt zu haben.

Fünf Euro Kaltmiete! Direkt an der Spree

Die Rahmenbedingungen waren also günstig, und da sie als Genossenschaft keine Profitinteressen verfolgen, kommen sie im besten Fall auf eine durchschnittliche Kaltmiete von fünf Euro pro Quadratmeter.

Fünf Euro kalt. Im Neubau in Mitte direkt an der Spree. Das sind die Fakten.

Das andere sind die Motive, jenseits der Zahlen. Zum Beispiel die Frage, wie in einer wachsenden Stadt dennoch genug Platz für die Menschen geschaffen werden kann. Sie könnten etwas zusammenrücken, findet Schöningh. Mit dieser Ansicht ist er derzeit nicht alleine.

Es scheint, als würden derart genutzte Wohnungen in Mode kommen. Anfang August endete eine Bewerbungsfrist der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Zu verteilen sind 30 Millionen Euro für „Experimentellen Geschosswohnungsbau in Berlin“. Und experimentell dürften Clusterwohnungen sein, gut geeignet, sagt Schöningh, für Studentenheime oder betreute Wohngemeinschaften älterer Menschen.