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Hermes in Haldensleben : Obduktionsergebnis der zwei Toten bestätigt Theorie der Polizei

Binnen weniger Stunden sterben zwei Mitarbeiter des Paketdienstleister Hermes in Haldensleben. Die Rechtsmedizin konnte keine Hinweise auf Vergiftungen finden.

Der Transporter, in dem einer der Hermes-Mitarbeiter tot aufgefunden wurde, wird abtransportiert.
Der Transporter, in dem einer der Hermes-Mitarbeiter tot aufgefunden wurde, wird abtransportiert.Foto: Tom Wunderlich/dpa-Zentralbild/dpa

Nach zwei Todesfällen beim Paketdienstleister Hermes in Haldensleben (Sachsen-Anhalt) geht die Polizei von einer Verkettung unglücklicher Umstände aus. Es gab zunächst „keine Hinweise auf Zusammenhänge zwischen beiden Todesfällen“ oder auf eine mögliche Vergiftung, wie die Polizei Magdeburg am Mittwoch mitteilte.

Das Obduktionsergebnis liegt nun vor: Die beiden Mitarbeiter des Paketdienstes Hermes in Haldensleben sind demnach eines natürlichen Todes gestorben. Die Untersuchungen in der Rechtsmedizin hätten keine Hinweise auf Vergiftungen ergeben, teilte die Polizei am Donnerstag mit.

Hermes nimmt Arbeit wieder auf

Spezialisten der Berliner Polizei für chemische und toxische Stoffe hatten zunächst dabei geholfen, das Risiko für medizinisches Personal und Ermittler zu minimieren.

In dem betroffenen Hermes-Versandzentrum, in dem mehr als 3000 Menschen arbeiten, lief die Arbeit nach rund 24 Stunden Schließung am Mittwochabend wieder an. 70 bis 100 Beschäftigte sollten in der Nachtschicht zunächst mit vorbereitenden Tätigkeiten befasst sein, sagte ein Sprecher der Firma am Abend. Von Donnerstag an solle dann der Stau bei den Paketsendungen in dem Zentrum in Sachsen-Anhalt aufgelöst werden.

Rund 300.000 Sendungen blieben laut Hermes-Geschäftsführer Andreas Stumpf liegen. Es herrsche große Betroffenheit in der Belegschaft des Logistikzentrums: „Unsere Aufgabe wird es jetzt sein, die Mitarbeiter aufzuklären, zu informieren was letztendlich hier tatsächlich vorgefallen ist, so dass sie wieder an den Arbeitsplatz gehen können.“

Mitarbeiter der Feuerwehr stehen im Hermes-Logistikzentrum Haldensleben.
Mitarbeiter der Feuerwehr stehen im Hermes-Logistikzentrum Haldensleben.Foto: Tom Wunderlich/dpa-Zentralbild/dpa

Tote bei Hermes in Haldensleben – das Wichtigste:

  • In Haldensleben (Sachsen-Anhalt) sterben zwei Hermes-Mitarbeiter binnen weniger Stunden
  • Eine dritter Mann erlitt einen epileptischen Anfall – ihm gehe es wieder gut
  • Berliner Polizei für chemische und toxische Stoffe unterstützt die Ermittlungen
  • Die Arbeit bei Hermes wurde wieder aufgenommen
  • Obduktionsergebnis bestätigt: Die Männer starben eines natürlichen Todes

Die zwei ungeklärten Todesfälle binnen weniger Stunden sorgten für einen Großeinsatz der Feuerwehr. Insgesamt waren nach Angaben des Landkreises Börde 170 Kräfte von Polizei und Feuerwehr im Einsatz, davon allein 135 Feuerwehrleute.

Das Hermes-Gelände in Haldensleben wurde nach den Vorfällen vorsorglich gesperrt.

Der erste Tote bei Hermes in Haldensleben

Auf dem Gelände des Versandzentrums war in der Nacht zum Dienstag zunächst ein Toter entdeckt worden. Der 58-Jährige soll zusammengebrochen und vor Ort gestorben sein. Laut Stumpf handelt es sich um einen Mitarbeiter aus der Betriebstechnik.

Der zweite Tote bei Hermes in Haldensleben

Am Nachmittag wurde dann in Haldensleben in einem Transportfahrzeug von Hermes ein weiterer Mitarbeiter tot gefunden. Der 45-Jährige saß leblos auf dem Fahrersitz. Der Verdacht auf einen Zusammenhang zwischen den beiden Fällen sei durch die Polizei aufgekommen, sagte der Geschäftsführer. Er selbst habe zunächst keine Verbindung hergestellt.

Feuerwehrleute in Schutzanzügen in Haldensleben
Feuerwehrleute in Schutzanzügen in HaldenslebenFoto: Matthias Strauß/dpa

Dritte Person hatte epileptischen Anfall.

Zunächst war auch noch von einem weiteren schwer verletzten Mitarbeiter die Rede. Dazu sagte Stumpf: „Der ist überhaupt nicht schwer verletzt. Der hatte einen epileptischen Anfall. Der Kollege hat eine Vorgeschichte. Das war nicht das erste Mal, dass er sowas hatte.“ Dem Mitarbeiter gehe es wieder gut.

Zwischenzeitlich sorgte am Mittwoch der Fund geringster Mengen eines Stoffes an einem Paket für Aufregung. Laut Polizei könnte dieser in großen Mengen gefährlich sein. Die Feuerwehr öffnete deshalb alle Pakete in dem Transporter, in dem ein Mitarbeiter vor seinem Tod am Dienstag Pakete ausgeliefert hatte.

„Die Dosis, die man braucht, um zu sterben, wurde nicht erreicht.“

Kurze Zeit später gab es Entwarnung. „Das sind ganz normale Zustellpakete gewesen mit handelsüblichem Inhalt“, betonte der Polizeisprecher.

Über die Menge des gefundenen Stoffes sagte er: „Die Dosis, die man braucht, um zu sterben, wurde nicht erreicht.“ (dpa, AFP)