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Der Eingang zur KZ-Gedenkstätte Buchenwald

© dpa/Martin Schutt

„Historisch belastet“: Kritik an Thüringer Image-Kampagne „Das grüne Herz Deutschlands“

Historiker und Werbeexperten kritisieren den Slogan, da er von den Nazis genutzt wurde. Doch die große Mehrheit der Thüringer findet ihn laut einer Marktanalyse gut.

Stand:

Die Rückkehr des Freistaats Thüringen zum alten Werbeslogan „Das grüne Herz Deutschlands“ sorgt für Kritik. Als „historisch belastet“ bezeichnet ihn der Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Jens-Christian Wagner. „Als Slogan für ein modernes und weltoffenes Thüringen halte ich den Claim für ungeeignet“, sagte Wagner dem „Spiegel“.

Der Spruch stammt von dem Schriftsteller August Trinius, dem Historiker ein völkisches, also radikal-nationalistisch getöntes Heimatbild nachsagen. Zudem wurde mit dem „Grünen Herz“ zur Zeit des Nationalsozialismus breit für Thüringen geworben. Außerdem hatte die Wehrmacht unter dem Kommando eines Thüringers ein Jagdgeschwader mit dem Beinamen „Grünherzjäger“.

Kritik auch aus der Werbebranche – aber die große Mehrheit findet den Slogan gut

Werbeexperte Matthias Spaetgens, Chief Creative Officer der Werbeagentur Scholz & Friends, sagte dem „Spiegel“, eine Kampagne mit dieser Vergangenheit müsse man schon sehr genau prüfen. Das Risiko sei in diesen Zeiten hoch, gerade in einem Land wie Thüringen, in dem die AfD mit Abstand die stärkste Kraft ist.
„Manchmal muss man auch sagen: Gefälliger Claim, aber den gab es schon mal. Pech gehabt“, so Spaetgens.

Der Freistaat hat gerade eine Marktanalyse zu dem Slogan erstellen lassen, nach der ihn 86 Prozent der befragten Thüringer als positiv bewerten. Allerdings erkannten auch nur 17 Prozent den NS-Bezug. (tsp)

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