Wie Marianne Koch in Hollywood den Führerschein machte ...

Seite 2 von 4
Interview mit Marianne Koch zum 85. : "... und neben mir sitzt Ella Fitzgerald!"
Marianne Koch und Paul Hubschmid bei Dreharbeiten 1956.
Marianne Koch und Paul Hubschmid bei Dreharbeiten 1956.Foto: imago/ZUMA/Keystone

Unter anderem an der Seite von Gregory Peck in „Das unsichtbare Netz“.

Klingt komisch: Ich habe das irgendwie als etwas Normales empfunden, dass ich da in der Super Constellation sitze und über den Atlantik fliege, und neben mir sitzt Ella Fitzgerald, die ich aus dem Radio kannte.

Haben Sie sich mit ihr unterhalten?

Sie hat mich vor den Männern in Hollywood gewarnt. Dann kam der rote Teppich, als wir landeten, natürlich nicht für mich, sondern für Ella Fitzgerald. Sie haben mir ein Haus in Brentwood besorgt, wie das in den 50er Jahren üblich war.

Ein Prominentenviertel, Marilyn Monroe lebte dort.

Man musste eine sechsspurige Autobahn nehmen, um ins Studio zu gelangen. Ich konnte gar nicht Auto fahren. Natürlich haben die gesagt, das gibt es doch nicht, und mir sofort einen Wagen und einen Fahrlehrer zur Verfügung gestellt. Es war ein Dodge, ein großes Auto, in dem man für vorwärts und rückwärts auf Knöpfe drücken musste. Der sagte also, fahren Sie mal vorwärts. Ich habe den entsprechenden Knopf gedrückt und bin ein Stück gefahren. Dann rückwärts, wieder Knopf drücken, und schon habe ich den Führerschein gekriegt.

So hat man Sie auf den Highway gelassen?

So habe ich mich auf den Highway getraut.

Da Sie sowieso schon für Amerika schwärmten, haben Sie nicht ans Auswandern gedacht?

Nein. Erstens hatte ich meinen Mann bereits kennengelernt, und dann war Deutschland für einen jungen Menschen inzwischen durchaus interessant. Die Zeichen standen auf Aufbruch, alles wurde von Jahr zu Jahr besser. Und mit meinem Dodge war das auch nicht so einfach. Ich habe das Auto vor meinem Haus in Brentwood abgestellt und vergessen, die Handbremse anzuziehen. Es ist zur Straße runtergerollt und den Nachbarn in die Hauswand gekracht.

Das gab Ärger.

Überhaupt nicht. Die Leute kamen aus dem Haus, sagten, Sie Arme, trinken Sie erst einmal einen Schluck Whiskey. Und die vom Studio meinten nur, kein Problem, Sie kriegen ein neues Auto und fertig. Die Amerikaner waren wirklich prima. Alle, auch die ganzen Stars, Rock Hudson, George Nader, die mit mir Probeaufnahmen gemacht haben.

8 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben