1000 Mal Schwarzwald : TV-Serie "Die Fallers" feiert 2019 gleich zwei Jubiläen

Während die „Lindenstraße“ eingestellt wird, wächst die Fan-Gemeinde der „Fallers“ weiter. Zunächst steht die 1000. Folge der SWR-Serie an, im Herbst folgt das 25-jährige Jubiläum.

Die Fallers: Hoferbe Karl (Peter Schell) mit Mutter Johanna (Ursula Cantieni, M.) und ihrer Freundin Lioba (Lisbeth Felder).
Die Fallers: Hoferbe Karl (Peter Schell) mit Mutter Johanna (Ursula Cantieni, M.) und ihrer Freundin Lioba (Lisbeth Felder).Foto: SWR/Alexander Kluge

Bald, genauer gesagt in einem Jahr, wird sie die dann älteste deutsche TV-Serie sein, die mit wöchentlich neuen Folgen ein Millionenpublikum erreicht. Die Rede ist von „Die Fallers“. Von der SWR-Serie, die auf einem Bauernhof im fiktiven Schwarzwald-Ort Schönwald spielt, wird am Sonntag die 1000. Folge ausgestrahlt. Sie trägt den Titel „Harsche Kritik“, und genauso, wie der Schwarzwald nicht nur Idylle und gutes Wetter kennt, kracht es auch in dieser Serie in vorhersehbarer Regelmäßigkeit.

Die von Hans W. Geißendörfer ersonnene „Lindenstraße“ verliert nach einem Beschluss der ARD im März 2020 ihren Sendeplatz, die von Autor Heinz Recht erdachten „Fallers“ machen munter weiter. Im Oktober wird die Folge zum 25-jährigen Jubiläum gesendet. Serviert wird in der Serie eine Mischung aus Drama, Komödie und Themen mit landwirtschaftlichem Bezug. Hin und wieder schauen prominente Gäste vorbei, so wie Ex-„Tagesschau“-Sprecherin Dagmar Berghoff, Schlagerstar Tony Marshall, aber auch ARD-Leihgaben der „Lindenstraße“ wie Marie-Luise Marjan oder die inzwischen verstorbene Annemarie Wendl waren in ihren gewohnten Serienrollen auf dem Fallers-Hof zu Gast.

"Das ABC der Fallers" als Einstieg

Wer in den Fallers-Kosmos vordringen möchte, kann in der ARD-Mediathek die vergangenen 40 Folgen anschauen. Eine gute Einführung ist zudem die Dokumentation „Das ABC der Fallers“, die der Sender aus Anlass des 20-jährigen Jubiläums vor fünf Jahren produzierte. Sie ist unter anderem auf Youtube zu finden und wird am Sonntag noch einmal im SWR-Fernsehen wiederholt.

„Die Fallers“ haben eine treue Fangemeinde. Regelmäßig schalten weit über eine Million Zuschauer sonntagabends den Fernseher ein – Tendenz steigend. Zuletzt kam die Serie auf 1,3 Millionen Zuschauer, der Marktanteil stieg auf über 17 Prozent. Die Zahl der jährlichen Folgen wurde zuletzt um vier auf 44 erhöht. Vor allem bei den jüngeren Zuschauer legte die SWR-Produktion zu. Daran hat nicht zuletzt Albert seinen Anteil. Geboren in Folge eins ist aus dem Baby inzwischen ein junger Mann geworden. Seit 2002 füllt Alessio Hirschkorn diese Rolle aus. Andere Figuren erlitten hingegen den Serientod, so wie das ehemalige Familienoberhaupt Wilhelm Faller, der von Lukas Ammann verkörpert wurde – vielen älteren Zuschauern noch als Graf Yoster bekannt. Auch er ist mittlerweile gestorben.

Alles, was eine Kultserie braucht

Die Serie hat mit Fan-Club, Fan-Stammtisch und Previews mit geladenen Gästen alles, was zu einer Kultsendung dazu gehört. Das Studio in Baden-Baden, in dem die Innenaufnahmen gemacht werden, wird an drehfreien Tagen für Besucher geöffnet. Anfangs wurde mit einem halben Jahr Vorlauf gedreht, was jedoch speziell bei Winteraufnahmen ein großes Problem war. Die Arbeit mit Kunstschnee war aufwändig und teuer. Inzwischen ist man dazu übergegangen, zur entsprechenden Jahreszeit zu drehen.

So wie die „Fallers“ am SWR-Sonntag inzwischen eine lange Tradition haben, so haben die Menschen auf dem Fallers-Hof ihre regionalen Gewohnheiten. Dazu gehört die schwäbisch-alemannische Fasnet. In Sachen Mundart ist die Serie gemäßigt, auch außerhalb des SWR-Sendegebiets kann man die Dialoge verstehen. Man spricht Hoch-Alemannisch, wie Peter Schell alias Hoferbe Karl Faller einmal sagte. Die heimliche Hauptrolle hat freilich der Schwarzwald selbst, besonders imposant, wenn sich morgens der Nebel über den mit Tannen bewaldeten Tälern erhebt. Kurt Sagatz

„Die Fallers: Harsche Kritik“, SWR-Fernsehen, Sonntag, 19 Uhr 15. In der SWR-Mediathek steht die 1000. Folge bereits am Samstag um 12 Uhr. Zum Jubiläum zeigt der SWR am Samstag ab 22 Uhr zudem „Die lange Fallers-Nacht“ mit der Dokumentation „Das ABC der Fallers“ und zehn Folgen aus 25 Jahren.

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