„Abendschau“ im RBB : Keine Nachrichtensprecher mehr am Wochenende

Die RBB-„Abendschau“ verzichtet vom Jahreswechsel an auf die Nachrichtensprecher im Wochenende. Ein Testballon für die ganze Woche soll dies aber nicht sein.

Soll es nach dem Jahreswechsel nicht mehr geben: Die "Abendschau" will an Wochenenden künftig auf Nachrichtensprecher wie Dilek Üsük verzichten.
Soll es nach dem Jahreswechsel nicht mehr geben: Die "Abendschau" will an Wochenenden künftig auf Nachrichtensprecher wie Dilek...Screenshot: Tsp

Die Zuschauer der „Abendschau“ müssen sich zum Jahreswechsel umgewöhnen. An den Wochenenden wird in der wichtigsten RBB-Nachrichtensendung nur noch der Moderator im Studio stehen, auf Nachrichtensprecher wird hingegen verzichtet, wie Sendersprecher Justus Demmer einen Bericht der „B.Z.“ bestätigte.

Derzeit werde mit den verschiedenen Abteilungen an der Umsetzung gearbeitet. Eine Entscheidung, auch an Werktagen bei den zwei Nachrichtenblöcken ohne Sprecher auszukommen, gebe es hingegen nicht. „Das ist kein Testballon für die gesamte ,Abendschau‘“, sagte Demmer dem Tagesspiegel.

Als Begründung für den Verzicht auf die Nachrichtensprecher führt der Sender an, dass die zumeist von Volker Wieprecht moderierten Wochenendsendungen ohnehin einen etwas anderen Charakter hätten. Zudem verspreche man sich „interessante Impulse, am insgesamt nachrichtenärmeren Wochenende Erfahrungen mit dieser dynamischen neuen Präsentationsform zu sammeln“. Aber auch Kostengründe spielten angesichts der angespannten Situation des Senders immer eine Rolle. Mit durchschnittlich 260.000 Zuschauern und einem Marktanteil von 25,5 Prozent steht die Sendung mit Blick auf die Quote weiterhin gut da.

Weniger Einsätze für die Sprecher

Die Nachrichtensprecher Axel Walter, Cathrin Bonhoff, Dirk Jakobs und Dilek Üsük werden weiter für die „Abendschau“ arbeiten, jedoch entsprechend weniger häufiger eingesetzt. Die Wochenend-Nachrichten werden von Anfang 2020 an in Filmform gezeigt, das habe auch Vorteile für die Verbreitung im Netz. So hätten mehr Nutzer etwas von dem Produkt, ohne dass sich journalistisch etwas verschlechtere, versicherte Demmer.

Dass langfristig auch die Werktags-„Abendschau“ ohne Sprecher auskommt, will der Sendersprecher allerdings nicht komplett ausschließen. Im Moment gibt es jedenfalls keine Umbaupläne für das gerade erst deutlich geräumiger gestaltete Studio.