Abschied vom Web-Portal : Verschwinden wie Juan Carlos

Ein letztes Interview? Ein Waldspaziergang? Nein, keine Videokolumnen mehr mit Harald Schmidt.

Waldspaziergang? Nein. 500 Videokolumnen sind Harald Schmidt genug.
Waldspaziergang? Nein. 500 Videokolumnen sind Harald Schmidt genug.Screen: Tsp

Harald Schmidt hat das Ende seiner Fernseh-Karriere schon oft angekündigt. Und eine TV-Karriere war es zuletzt ja sowieso nicht mehr als Kolumnist im Webportal bei Spiegel Plus. Vielleicht verläuft sein Abgang nach über 500 Videobotschaften beim kostenpflichtigen Onlineauftritt des Hamburger Nachrichtenmagazins deshalb auch so geräuschlos.

„Die Sommerpause endet, Harald Schmidt verabschiedet sich nach knapp 500 Video-Kolumnen in einen unbezahlten Dauerurlaub“, wurde dort am Freitag vermeldet, im Anschluss ein paar Highlights der vergangenen Jahre, seit Mai 2017.

Gendern mit AKK, Pilates mit Madonna, Namensspielchen mit seinem Arbeitgeber (Online, Daily, Plus) – viele hatten diese Art selbstreferenziellem Humor zwischen E und U, zwischen Homer, Olaf Scholz und Mario Basler, hinter der Online-Paywall gar nicht mehr mitgekriegt, den Schauspieler Schmidt öfters an Bord des ZDF-„Traumschiffs“ gesehen. Die vierminütigen Videoschnipsel deuten an, wozu der 62-jährige Entertainer immer noch in der Lage ist.

Ende der 80er Jahre stand Schmidt erstmals als Moderator vor Kameras, wurde Late-Night-König. 30 Jahre später setzte er seiner Karriere im Fernsehen ein Ende.

Job und Medium langweilen ihn, sagte Schmidt vor einem Jahr. Das schließt das Internet nun wohl mit ein. Die „Spiegel“-Redaktion hat ihn gefragt: „Ein letztes Interview, vielleicht ein Waldspaziergang?“ Nein, er wolle verschwinden wie sein aktuelles Idol Juan Carlos.

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