Buhrow für Weber und Schönenborn : Fünf Jahre mehr

WDR-Intendant Buhrow schlägt Wiederwahl der Direktoren Valerie Weber und Jörg Schönenborn vor.

Fernsehdirektor Jörg Schönenborn war wegen des Umgangs des Senders mit Vorwürfen zu sexueller Belästigung in die Kritik geraten. Intendant Buhrow sprach ihm das Vertrauen aus.
Fernsehdirektor Jörg Schönenborn war wegen des Umgangs des Senders mit Vorwürfen zu sexueller Belästigung in die Kritik geraten....Foto: WDR/Herby Sachs

WDR-Intendant Tom Buhrow macht sich für die Wiederwahl von Hörfunkdirektorin Valerie Weber, 52, und Fernsehdirektor Jörg Schönenborn, 54, stark. In der Sitzung des WDR-Rundfunkrates am Donnerstag hat er die Verlängerung der Verträge, die Ende April 2019 auslaufen, vorgeschlagen. Das Gremium wird in seiner Sitzung am 30. Oktober über die beiden Personalien entscheiden. Buhrow lobte besonders, dass Weber und Schönenborn ihre Programme in den vergangenen Jahren strategisch neu ausgerichtet hätten. Für den Hörfunk erwähnte er die „herausragende Entwicklung der Kultur- und Wortprogramme WDR 3 und WDR 5 sowie die Etablierung von COSMO als junges europäisches Kulturradio für die ARD“. Im WDR Fernsehen und in der ARD habe Jörg Schönenborn Information und Investigatives gestärkt. Als Fernsehfilmkoordinator der ARD sei Schönenborn Wegbereiter für hochwertige Fiktion, insbesondere für mehr Miniserien und starke Mehrteiler. Als Aufgabe für die Zukunft nannte Buhrow die Neuordnung der Programmdirektion. „Unser Ziel ist es, noch stärker crossmedial zu arbeiten, um so Raum für digitale Innovation zu schaffen und mehr Menschen auf mehr Wegen zu erreichen.“

Kritik vom Journalisten-Verband

Zur Personalie Schönenborn gibt es allerdings auch Kritik. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) ist verwundert darüber, dass Tom Buhrow bei seinem Vorschlag für den Fernsehdirektor nicht noch einmal auf die Versäumnisse beim Umgang des Senders mit den Vorwürfen über sexuelle Belästigung eingegangen ist. Speziell Schönenborn war vorgeworfen worden, entsprechende Hinweise nicht ernst genug genommen und zu zaghaft reagierte zu haben.

Nach Vorlage eines Berichts der ehemaligen Gewerkschaftschefin Monika Wulf-Mathies, die vom Sender als Sachverständige beauftragt worden war, hatte der WDR-Intendant dem in die Kritik geratenen Fernsehdirektor bereits das Vertrauen ausgesprochen. Beim Fall eines beschuldigten Fernseh-Redakteurs im Jahr 2010 habe sich Schönenborn „nach damaligem Kenntnisstand gewissenhaft damit auseinandergesetzt“. Dennoch wäre zumindest ein Hinweis darauf angebracht gewesen, sagte DJV-Sprecher Hendrik Zörner dem Tagesspiegel.

Jörg Schönenborn ist seit 1. Mai 2014 Fernsehdirektor des WDR und verantwortlich für das WDR Fernsehen, den Sender One und zahlreiche Sendungen für die ARD. Schönenborn ist darüber hinaus Koordinator Fernsehfilm in der ARD. Er moderiert regelmäßig Wahlsendungen im Ersten und den ARD-Presseclub. Valerie Weber ist ebenfalls seit Mai 2014 Hörfunkdirektorin des WDR und ist zuständig für acht analoge und digitale Radioprogramme sowie vier Musikensembles. Kurt Sagatz

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