Bundesliga-TV-Neustart : Die Einsamkeit der Sky-Reporter

Eine Fußball-TV-Erfahrung der ganz eigenen Art am Samstagnachmittag. Dazu droht ein Blackout beim Bundesligaspiel am Montagabend.

Sky-Experte Dietmar Hamann
Sky-Experte Dietmar HamannFoto: picture alliance/dpa

Geisterspiele oder doch „Fernsehspiele“, wie es Matthias Brandt genannt hat? Samstag, 14 Uhr, Start der Fußball-Bundesliga. Besser: Start der Live-Konferenz-Berichterstattung von Sky, Hauptgeldgeber der Liga. Der Pay-TV-Sender weiß, dass er ohne Fangesänge, ohne Emotionen, ohne das „Tor in Dortmund“ samt schnellem Umschalten und Schreien von den Rängen Probleme haben wird, das „Produkt“ Fußball-Bundesliga angemessen zu inszenieren. Und damit auch sein „End-Of-Season-Ticket“ an den Fan zu bringen.

Das war in den Vorberichten die ganze Woche über und an Tag Eins des Bundesliganeustarts, den Sky Sport News mit der Live-Konferenz ausnahmsweise für alle anbot, zu spüren. Im Stadion Reporter mit Mundschutz oben auf der Tribüne, die ihre Fragen an Trainer unten auf dem Rasen stellen. Experte Didi Hamann musste vor Beginn seines TV-Einsatzes eine Maske tragen und seine Temperatur messen lassen. Zwei Fans von Dortmund und Schalke werden zwecks Kommentierung aus Wohnzimmern zugeschaltet. Zwei Fans statt 80 000 im Stadion. Eine Sport-TV-Erfahrung ganz anderer Art.

Indes ist fraglich, ob es vom Geisterspiel am Montagabend überhaupt Bilder und Inszenierungen geben wird, ob eine Live-Übertragung der Partie Werder Bremen gegen Leverkusen zustande kommt. Der Streamingdienst Dazn, der die bisherigen Montagsspiele übertrug, will übertragen, darf aber nicht. Grund ist die Auseinandersetzung des Konzerns Eurosport/Discovery und der DFL.

Das Medienunternehmen beruft sich nach dpa-Informationen auf ein Sonderkündigungsrecht des TV-Vertrages wegen der Coronakrise. Anfragen dazu lässt Discovery seit Tagen unbeantwortet. Eine kurzfristige Übertragung der Montagspartie wäre technisch kein Problem. Die Spielbilder aller Bundesligabegegnungen werden den Sendern geliefert, produziert von Sportcast, einem 100-prozentigen Tochterunternehmen der DFL. mit dpa

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