Bundesliga und Fernsehrechte : Verwirrung um Geldzahlungen an DFL

Eurosport zahlt heute nicht? Noch ist nicht klar, ob die Bundesligavereine im Mai mit allen Zahlungen aus Fernsehrechten rechnen können.

Eurosport hat Bundesliga-Übertragungen an Dazn sublizenziert.
Eurosport hat Bundesliga-Übertragungen an Dazn sublizenziert.Foto: imago images/Eibner

Bekommen die Bundesligavereine nun alles Geld aus den Fernsehrechten oder nicht? Laut Medienberichten spart sich Eurosport derzeit die Zahlungen an die DFL, das berichten "Bild" und Sportbuzzer. Es gehe um 70 Millionen Euro für die Liga, die zum Teil von Sub-Lizenznehmer Dazn kommen. Dazn befürchte wohl, dass Bundesliga-Zahlungen bei Eurosport versanden. Mutterkonzern Discovery rechne wegen der Olympia-Verschiebung mit massiven finanziellen Einbußen.

Dazn verweist auf Tagesspiegel-Anfrage an Eurosport. "Fragen, die Details unserer Vertragsverhältnisse und Partnerschaften betreffen", werden von dem Discovery-Sender wiederum nicht kommentiert. Dies auch schon deshalb, so ein Sprecher, weil "bestehende Vertraulichkeitsregelungen dem entgegenstehen".

.Das klingt nicht nach einer einvernehmlichen Lösung. Am Donnerstag hatte die Deutsche Fußball Liga (DFL) mitgeteilt, dass sie sich mit „fast allen“ Medienpartnern auf eine Vorauszahlung der noch ausstehenden TV-Prämien geeinigt habe. „Es wird möglich sein, den Clubs Liquidität bis 30. Juni zukommen zu lassen“, sagte DFL-Chef Christian Seifert. „Erste Zahlungen sollen im Mai kurzfristig ausgelöst werden.“

Einem Bericht des „Kicker“ zufolge sollen die 36 Clubs aus der ersten und zweiten Liga erst mal rund ein Drittel der Summe erhalten, die für den letzten Saisonabschnitt seitens der Medienpartner noch fällig wäre bei vertragsgemäßer Beendigung der Saison. Der Rest soll laut dem Magazin partiell pro ausgetragenem Spieltag ausbezahlt werden.

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„Wir haben intensive Gespräche geführt, die waren geprägt von Respekt“, sagte Seifert nach der Mitgliederversammlung. „Mit einer Ausnahme wurden mit allen Partnern Einigungen erzielt. Es wurden auch Vereinbarungen getroffen, wie damit umzugehen ist, sollte die Saison nicht zu Ende gespielt werden können. Klar ist auch: Sollte die Saison nicht wieder starten, greifen gewisse Mechanismen zur Rückzahlung.“

Ein „besonderer Dank“ gelte dem größten Medienpartner, dem Pay-TV-Sender Sky. Große TV-Partner sind zudem ARD und ZDF sowie eben der Discovery-Sender Eurosport, der die Rechte - die exklusive Übertragung des Freitagabend-Spiels im Pay-TV - an den Internet-Streamingdienst Dazn sublizenziert hat.

Es ging um die Zahlung der vierten und letzten Rate der Fernsehgelder, Medienberichten zufolge rund 300 Millionen Euro. Die DFL will die wegen der Corona-Pandemie ausgesetzte Saison bestenfalls bis zum 30. Juni abschließen und den Spielbetrieb am 9. Mai mit Geisterspielen wieder aufnehmen. Für den Neustart muss die Politik zustimmen. mit dpa

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