Corona-Journalisten-WG mit Armin Wolf : Keine Zeit für Picard

14 Tage im Sender schlafen: Wie Moderator Armin Wolf die ORF-Quarantäne überstanden hat.

Ein Bild aus der ORF-Quarantäne: Armin Wolf bei der Arbeit.
Ein Bild aus der ORF-Quarantäne: Armin Wolf bei der Arbeit.Screenshot: Tsp

Armin Wolf hat es geschafft. Der bekannte ORF-Moderator hat am Donnerstag die Quarantäne, die ihm und 180 Kollegen vom Sender auferlegt wurde, verlassen, um zu Ostern bei seiner Familie zu sein. Sein Fazit aus der Corona-Journalisten-WG im Blog fällt ernüchternd aus.

Was hat er dort gelernt? „Stressigste Erkenntnis: Man muss sich für die Kasernierung nicht besonders ausrüsten. Ich hatte eigens ein paar neue Bücher auf meinen Kindle geladen. Keines davon gelesen. Auf meinem iPad gibt’s diverse Streaming-Accounts – nichtmal die letzte Folge ,Picard’ habe ich bisher geschafft.“

Die kaputten Playstations im Aufenthaltsraum seien niemandem abgegangen. „Es gab wirklich wenig freie Zeit. Aber beim nächsten Mal: Eigenen Kopfpolster mitbringen!“

Die wichtigste Erkenntnis nach diversen Tiefs: „Die Trennung zwischen Arbeit und Freizeit/Privatleben ist viel entscheidender als ich dachte. Viele Menschen bemerken ja dieser Tage, dass Home Office gar nicht so toll ist, wie sie sich das vorgestellt hatten. Office Home ist definitiv nicht toll.“

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Man fragt sich das ja eben jeden Tag beim „Tagesschau“-Gucken: Was ist, wenn Ingo Zamperoni, Marietta Slomka oder RBB-Mann Raiko Thal das Coronavirus ereilt? Oder ihre Kollegen im Hintergrund, die Redakteure? Wer stemmt die Sendungen, wo das Informationsbedürfnis so hoch ist wie nie?

Der ORF hatte diese drastische Lösung gewählt, Wolf und 180 Kollegen, in isolierte Bereiche am Senderstandort gebracht, rund um die Uhr, um in der Coronavirus-Krise weiter Nachrichten für den österreichischen Sender produzieren zu können. Sie mussten dort übernachten und wurden verpflegt.

Ob Armin Wolf nach Ostern noch mal dorthin zurückkehrt, ist unklar. „Heute ist mein letzter Tag hier in der ORF-Sperrzone“, schreibt er. „Nach der ,ZiB2’ heute Abend packe ich meine sieben Sachen und fahre nach zwei Wochen ,Isolation’ nachhause zu meiner Familie. Das Notbett in meinem Büro ist bereits abgezogen und meine Wäsche aus dem Aktenschrank geräumt.“

Ganz so schlimm scheint es in der Senderquarantäne nicht gewesen zu sein. Sollte es notwendig sein, sagt Wolf dem Tagesspiegel, würde er seinen Kollegen Martin Thürin in der Isolation wieder ablösen.

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