Das neue "Abendschau"-Studio : An der Knickwand tanzen

Vorder- und Hintergründiges: Zum Jubiläum bekommt die "Abendschau" ein 600 000 Euro teures neues Studio.

Das "Abendschau"-Studio mit Sascha Hingst, Eva Maria Lemke, Cathrin Böhme
Das "Abendschau"-Studio mit Sascha Hingst, Eva Maria Lemke, Cathrin BöhmeFoto: rbb/Thorsten Jander

Eva-Maria Lemke gerät ins Schwärmen, wenn sie vom neuen, 600 000 Euro teuren Studio der „Abendschau“ erzählt, aus dem die Hauptnachrichtensendung des Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) vom 1. September an senden wird. Der neue Arbeitsplatz der Moderatoren, den sich der RBB zum 60. Jubiläum der „Abendschau“ gönnt, ist doppelt so groß wie zuvor. Links neben dem beweglichen Moderationstisch gibt es eine gigantische Freifläche mit einem großen „Tanzbereich“, die Farbstimmung lässt sich ändern und dann sind da im modernsten TV-Studio des RBB die riesigen, übermannshohen und beinahe studiobreiten LED-Wände. Besonders angetan hat es Eva Maria Lemke aber die Knickwand, bei der das Display quasi um die Ecke geht. „Mit diesem Effekt lassen sich Dinge besonders gut erklären, in Vorder- und Hintergründiges teilen“, sagt sie.

An die Macher der „Abendschau“-Beiträge, aber auch an das sonstige Team – an der Sendung sind durchschnittlich 50 Mitarbeiter beschäftigt – stellt das allerdings die Herausforderung, Bilder neu zu denken, denn sie werden die meist gesehene Sendung im Berliner Fernsehprogramm künftig erheblich stärker bestimmen als die derzeitigen „Briefmarken-Bilder“, auf die Moderatorin Eva-Maria Lemke gerne verzichtet.

Eine Veränderung erfährt „RBB aktuell“

Das Durchschnittsalter der „Abendschau“-Zuschauer entspricht mit 68 Jahren zugleich dem Altersdurchschnitt des RBB-Fernsehens insgesamt. Mit jüngeren Moderatoren wie Sascha Hingst und Eva Maria Lemke, aber auch mit einer optischen Verjüngung durch ein neues Studio möchte der Sender jüngere Zuschauer hinzugewinnen. Ein Jugendmagazin werde die „Abendschau“ dennoch nicht, dämpft RBB-Chefredakteur Christoph Singelnstein falsche Erwartungen. Das Interesse für regionale Nachrichten entwickle sich zumeist erst ab einem Alter von 30 Jahren, sagt er.

Eine inhaltliche Neuausrichtung des Magazins ist nicht geplant. „Die Sendung erfindet sich ständig neu“, sagt „Abendschau“-Redaktionsleiterin Gabriele von Moltke. Die „Abendschau“ ist ohnehin der verlässlichste Quotengarant des RBB-Fernsehens. Täglich schalten im Durchschnitt 250 000 Berliner die Sendung ein, hinzu kommen noch einmal 200 000 Zuschauer aus dem übrigen Bundesgebiet. Die Jubiläumssendung am 1. September wird von Cathrin Böhme moderiert. Es wird zugleich ihr letzter Einsatz für die „Abendschau“ vor der Kamera sein, sie wechselt nach zwei Jahrzehnten als Moderatorin in die Redaktion.

Eine Veränderung erfährt die Spätabendnachrichtensendung „RBB aktuell“ um 21 Uhr 45, die in „RBB 24“ umbenannt wird. Die 15-minütige Sendung wird kompakter und mit frischen Beiträgen bestückt, die gewohnten Wiederholungen aus „Abendschau“ und „Brandenburg aktuell“ – die Sendungen behalten ihre Namen – entfallen.

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