Digital mit neuer Marke : „Spiegel“ verzichtet auf Online-Zusatz

„Spiegel Online“ ist Geschichte: Auch im Web und den anderen digitalen Angeboten tritt das Magazin nun unter einheitlicher Dachmarke auf.

"Spiegel"-Chefredakteur Steffen Klusmann treibt die Fusion von Online und Print voran.
"Spiegel"-Chefredakteur Steffen Klusmann treibt die Fusion von Online und Print voran.Foto: Promo

Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ kommt dem Ziel der endgültigen Verschmelzung von Online und Print einen großen Schritt näher. Der Name „Spiegel Online“ gehört nun der Geschichte an. Von Mittwoch an firmieren sämtliche digitalen Inhalte ebenso wie das gedruckte Magazin unter der einheitlichen Dachmarke „Der Spiegel“, wie am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Hamburg mitgeteilt wurde.

Die organisatorische Trennung zwischen Heft und Online war bereits zuvor durch die Gründung eines Gemeinschaftsbetriebs von „Spiegel“ und „Spiegel Online“ und die schrittweise Öffnung der Mitarbeiter KG für Onliner aufgehoben.

Das Design wird magaziniger

Zeitgleich mit dem Wegfall des Online-Zusatzes erscheint der Spiegel im Web, in den Apps und allen anderen digitalen Plattformen in einem überarbeiteten Design. „Die neue Plattform hilft uns dabei, unsere publizistische Schlagkraft zu stärken“, sagte dazu „Spiegel“-Chefredakteur Steffen Klusmann. Die „magazinigere“ Optik soll Nachrichten, Kommentare und Magazinbeiträge unterscheidbarer machen. Neu sind zudem Schwerpunkt-Themenblöcke sowie das Online-Ressort Leben.

Nachdem das Jahr 2019 beim „Spiegel“ stark durch die Aufarbeitung des Relotius-Skandals geprägt war, kann der Verlag mit Beginn des neuen Jahres neben der weiteren Fusion von Online und Print seine digitale Paid-Content-Strategie – Stichwort Spiegel+ – ausbauen. Zurzeit kommen die Hamburger nach eigenen Angaben auf insgesamt 125 000 bezahlte Zugänge zu Spiegel+. Zu den 110 000 Zugängen laut IVW-Messung kommen noch einmal rund 15 000 in den App Stores sowie 9000 Zugänge auf Basis des Gratismonats. Die neue Plattform biete weitere Wachstumspotenziale, „weil die neue Architektur auf all unsere Marken übertragbar ist“, hofft auch Stefan Ottlitz, Leiter der Produktentwicklung der Spiegel-Gruppe. Kurt Sagatz