Endzeit-Serie auf Sky : Noch „8 Tage“

Was tun, wenn nächste Woche die halbe Erde unter geht? Sky schickt seine Zuschauer mit der Serie "8 Tage" in Endzeitstimmung.

Vor der Apokalypse: Die Eltern Steiner (Christiane Paul, Mark Waschke).
Vor der Apokalypse: Die Eltern Steiner (Christiane Paul, Mark Waschke).Foto: Sky

Todbringende Masseninfektionen, Kernreaktorunglück, Meteorit rast auf die Erde zu – Endzeitvisionen haben von je her die Fantasie der Autoren angeregt. Was passiert mit den Menschen, wenn diese In-der-Welt-Gewissheit weg kippt? Wieviel Firnis der Zivilisation bleibt übrig? Die Zombie-Saga „The Walking Dead“ lebt seit zehn Staffeln von den immer gleichen Antworten auf diese Frage: Wenig bis gar nichts. Pure Anarchie. Sky geht es mit seiner neuen, zunächst auf eine Staffel gedachten Katastrophenserie „8 Tage“ ähnlich, nur ohne Endlosschleife.


Hier wackeln die Zombies nicht ewig durch die Gegend, hier ist die Apokalypse fest programmiert. Noch acht Tage, bis ein riesiger Asteroid auf den Westen Frankreichs trifft. Die Killing Zone erfasst ganz Mitteleuropa, auch Berlin. Acht Tage für die Protagonisten, um Schutz zu suchen oder durchzudrehen. Die Serie wirft die Frage auf: Was würdest du tun?, was in den vergangenen Tagen auch gleich durch eine ungewöhnliche Werbeaktion unterstrichen wurde. Auf den Titelblättern von vier großen deutschen Tageszeitungen warnten – fiktive – Schlagzeilen vor dem Einschlag des Asteroiden „Horus“. Auf den ersten Blick war kaum zu erkennen, dass es sich um TV-Werbung handelt.

Die Angst vor der Apokalypse ist so alt wie die Menschheit


Ganz so ungewöhnlich ist die Serie dann doch nicht, vom prominenten Cast mal abgesehen: Christiane Paul, Mark Waschke, Fabian Hinrichs, Nora Waldstätten, Henry Hübchen, Devid Striesow, Murathan Muslu. Den Namensglanz kann die Story nicht immer halten. Sicher, die Autoren Peter Kocyla („Die Chefin“), Rafael Parente („Hindafing“) und Benjamin Seiler („Blockbustaz“) haben ihre Hausaufgaben gemacht. Es gibt die genreüblichen, spannungssteigernden Momente: Zug fällt aus, Flucht zu Fuß auf Bahngleisen, Ticket für Rettungsflug in ein sicheres Land ist ungültig, Sektierer tauchen auf. Privatbunkerbau nicht zu vergessen.

Nur irgendwie lässt das einen mitunter fast gleichgültig zurück, die acht, teils unnötig ins Trashige getauchten Episoden (Regie Michael Krummenaher, Stefan Ruzowitzky) sowie die Hauptperspektive einer gutbürgerlichen Familie, Mutter Ärztin, Vater Lehrer.


Dialoge, Zivilisationskritik, Witz, wie sie Don DeLillo in seinem Endzeitroman „Weißes Rauschen“ untergebracht hat (der die Flucht einer Mittelschichtsfamilie angesichts eines Giftgasunfalls erzählt), sucht man in „8 Tage“ vergeblich. DeLillo weiß um den Reiz solcher Serien: „Anständige, wohlmeinende und verantwortungsbewusste Menschen lassen sich von Katastrophen fesseln, wenn sie sie im Fernsehen sehen“. Die Angst vor der Apokalypse ist so alt wie die Menschheit. So gesehen hat Sky schon einiges richtig gemacht.


„8 Tage“, ab Freitag acht Episoden auf Sky Q, Sky Ticket, Sky Go verfügbar

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