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Fälschungen beim "Spiegel" : Diakonie bestätigt Eingang einer Spende von Relotius

Nach dem Verdacht um veruntreute Spendengelder bekommt der frühere "Spiegel"-Reporter Relotius Rückendeckung von der Diakonie. Die Gelder seien eingegangen.

Die "Spiegel"-Zentrale in Hamburg
Die "Spiegel"-Zentrale in HamburgFoto: AFP/Johannes Eisele

Die Diakonie Katastrophenhilfe hat den Eingang einer Spende des Ex-„Spiegel“-Reporters Claas Relotius bestätigt. Im Oktober 2016 habe Relotius 9.000 Euro für ein Projekt für Flüchtlingskinder im nordirakischen Suleymaniah überwiesen, sagte eine Sprecherin am Freitag dem Evangelischen Pressedienst in Berlin. Damit stützt die Hilfsorganisation die Darstellung des Anwaltes des Journalisten, der am Donnerstag den Vorwurf der Veruntreuung von Spendengeldern zurückgewiesen hatte. Die Spende des Journalisten sei bereits ausgegeben.

Im Fälschungsskandal um den ehemaligen „Spiegel“-Reporter hat der Journalist zuvor bereits bestritten, von ihm gesammelte Spenden für sich persönlich verwendet zu haben. Die syrischen Kinder, für die Leser spendeten, existierten aber nicht. Für die Mitteilung zu den Spenden habe der Autor „die Illusion über die reale Existenz des geschilderten Geschwisterpaars aufrechterhalten“, teilte die den Journalisten Claas Relotius vertretende Anwaltskanzlei Unverzagt von Have am Donnerstag in Hamburg mit. Relotius hatte demnach nach diversen Zuschriften spendenbereiter Leser angeboten, Spendengelder über sein privates Konto zu sammeln und weiterzuleiten.

„Zu keinem Zeitpunkt hat er jedoch beabsichtigt, Spenden selbst zu vereinnahmen. Eine solche Verwendung ist auch nie erfolgt“, teilte die Anwaltskanzlei mit. Tatsächlich habe ihr Mandant den bis dahin auf seinem Konto eingegangenen Spendenbetrag von insgesamt 7000 Euro aus eigenen Mitteln auf 9000 Euro aufgestockt und im Oktober 2016 an die Diakonie Katastrophenhilfe für ein Projekt zur Unterstützung von kriegsflüchtigen Kindern im Irak überwiesen.

Der „Spiegel“ hatte am Wochenende berichtet, dass ihr damals noch freier Mitarbeiter 2016 nicht nur die Geschichte mit dem Titel "Königskinder" über angebliche syrische Waisenkinder in der Türkei in großen Teilen erfunden, sondern auch privat Spendenaufrufe an Leser verschickt habe.

„Unser Mandant hat bereits eingeräumt, dass er bei seinen Reportagen - im Wesentlichen im Magazin „Der Spiegel“ - über mehrere Jahre hinweg vielfach Fakten falsch dargestellt, verfälscht und hinzuerfunden hat“, teilte die Kanzlei am Donnerstag weiter mit. „Spiegel Online“ veröffentlichte die Mitteilung der Anwälte als Nachtrag in seinen Beitrag „Reporter täuschte Leser offenbar mit Spendenaufruf“.

Als Reaktion auf das Eingeständnis von Relotius hat die Deutsche Bischofskonferenz dem Journalisten derweil den Katholischen Medienpreis aberkannt. Relotius war mit 2017 für "Königskinder" mit dem Preis ausgezeichnet worden. Matthias Kopp, Sprecher der Bischofskonferenz, kündigte am Freitag an, man werde das Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro von Relotius zurückfordern.

Das Nachrichtenmagazin hatte den Fälschungsskandal Mitte Dezember öffentlich gemacht und der Reporter seinen Vertrag beim „Spiegel“ gekündigt. Von ihm waren dem Magazin zufolge seit 2011 knapp 60 Texte im Heft und bei „Spiegel Online“ erschienen. (epd/dpa/kna)

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