Trials Fusion (Playstation 4, Xbox One, PC)

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Games im Test: "ibb & obb" und "Trials Fusion" : Teamwork und Turniere

Bei dieser Abfahrt stockt der Atem. Das Motorrad rast einen fast senkrechten Hang hinab, es scheint mehr zu fallen als zu fahren. In der Talsenke wird der Pilot von der Schwerkraft rüde zusammengestaucht, im nächsten Moment röhrt sein Bike wieder steil bergan, das Vorderrad droht jeden Moment auszubrechen. Mitten in dieser Bergauffahrt lauert eine Felsspalte, dann noch eine, die der Pilot mit großem Können meistert. Doch für den dritten und letzten Sprung reicht die Geschwindigkeit nicht mehr: Um wenige Zentimeter verpasst er die rettende Felsnase - und stürzt mit seinem Motorrad in die Tiefe. Zurück zum letzten Speicherpunkt.

"Trials Fusion" verlangt jede Menge Fingerspitzengefühl - und ein nahezu perfektes Timing. Die zweidimensionalen Rennstrecken sind mit Hindernissen gespickt, jeder Fehler kann fatale Folgen haben. Die Steuerung ist denkbar simpel: Mit der linken Schultertaste des Controllers gibt man Gas, mit der rechten bremst man. Der linke Analogstick dient dazu, den Fahrer nach vorne oder hinten zu lehnen. Genau hier wird es knifflig: Die Sprünge und Steilfahrten erfordern feinste Tempodosierungen und permanente Balance. "Trials "Fusion" ist leicht zu lernen, aber schwierig zu meistern - dieses Gamedesign-Rezept hat auch Spiele wie "Tetris" zu Klassikern gemacht.

Dennoch ist "Trials Fusion" nicht der ganz große Wurf. Das hängt vor allem mit dem Vorgänger "Trials Evolution" zusammen: Der hatte die Messlatte sehr hoch gelegt, er überzeugte die Kritiker mit brillantem Strecken-Design, abwechslungsreichen Spielmodi und einer stimmigen Atmosphäre. "Fusion" kann das nicht toppen, weil es zu wenig neue Spielideen präsentiert - und grafisch auch keinen Quantensprung macht. Die größte spielerische Neuerung ist ein Tricksystem, das ab der vierten von acht Welten freigeschaltet ist. Gelungene Stunts bringen Punkte - und für die gibt es dann wiederum Medaillen. In den allermeisten Herausforderungen kommt es aber auf schnelle, fehlerfreie Fahrten und das Entdecken von Schaltern und Boni an - so, wie man das schon aus "Evolution" kennt.

Grafisch punktet "Fusion" mit einer höheren Auflösung als der Vorgänger. Die futuristisch durchgestylten Kurse wirken aber sehr viel steriler als die rustikalen Rennstrecken von "Evolution". Lokal können bis zu vier Spieler gegeneinander antreten, sie fahren in parallelen Bahnen. Einen richtigen Online-Rennmodus sucht man aber nach wie vor vergebens: Wie schnell andere Spieler gefahren sind, sieht man nur anhand ihrer Aufzeichungen, der sogenannten ghosts. Trotz dieser Abstriche ist "Fusion" ein 2D-Racer, der dauerhaft motiviert und viel Spaß macht.

"Trials Fusion" für Playstation 4, Xbox One (je 40 Euro) und PC (20 Euro). USK-Alterseinstufung: ab 12 Jahren.

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