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Grundsätzliches Rückkehrrecht : Ex-DFB-Chef Grindel könnte wieder für das ZDF arbeiten

Zukunft gesichert? Ex-Chef Reinhard Grindel hat ein Rückkehrrecht zu seinem früherem Arbeitgeber ZDF. Gilt auch für Regierungssprecher Steffen Seibert

2. April: Der Präsident des Deutschen Fußballbundes (DFB), Reinhard Grindel, gibt in der Zentrale des Verbandes seinen sofortigen Rücktritt bekannt.
2. April: Der Präsident des Deutschen Fußballbundes (DFB), Reinhard Grindel, gibt in der Zentrale des Verbandes seinen sofortigen...Foto: dpa

Nach seinem Rücktritt als DFB-Präsident hat Reinhard Grindel grundsätzlich die Möglichkeit, wieder beim ZDF zu arbeiten. Für den öffentlich-rechtlichen Sender war er in verschiedenen Positionen mehr als ein Jahrzehnt lang als Fernsehjournalist tätig. Anschließend saß er als CDU-Abgeordneter im Bundestag. Am Dienstag trat er von der Spitze des Deutschen Fußball-Bundes zurück. „Herr Grindel hat aufgrund seiner früheren Mitgliedschaft im Bundestag ein im Abgeordnetengesetz geregeltes gesetzliches Rückkehrrecht“, teilte das ZDF am Mittwoch auf Anfrage mit. Dort ist laut ZDF festgehalten, "dass das Abgeordnetengesetz auch für Angestellte des öffentlichen Dienstes gilt. Öffentlicher Dienst im Sinne dieser Vorschrift ist unter anderem die Tätigkeit im Dienst von Körperschaften, Anstalten oder Stiftungen des öffentlichen Rechts", also auch des ZDF. Der 57-jährige Grindel war in den Tagen vor seinem Rücktritt durch Enthüllungen über fragwürdige Zusatzeinkünfte und die Annahme einer teuren Uhr unter Druck geraten.

DJV sagt, Rückkehr sei Grindels gutes Recht

In seinen ursprünglichen Beruf zurückzukehren, sei Grindels gutes Recht, sagte der Sprecher des Deutschen Journalisten-Verbands, Hendrik Zörner. Dass er das dürfe, sei im Grunde eine Selbstverständlichkeit. „Ob er sich selbst einen Gefallen damit tun würde, muss er beurteilen“, sagte Zörner. Denn Glaubwürdigkeit sei im Journalismus ein hohes Gut. Grindel sei durch seine Tätigkeit als DFB-Präsident ausgesprochen bekannt und habe nach den Berichten über die Hintergründe seines Rücktritts ein bestimmtes Image. Es sei damit zu rechnen, dass viele Zuschauer seine künftige Arbeit als Journalist damit in Verbindung bringen würden.

Beim ZDF war Grindel von 1992 bis 1997 zunächst als Redakteur im ZDF-Studio Bonn beschäftigt, von 1997 bis September 1999 dann als Leiter des ZDF-Landesstudios Berlin. Von Oktober 1999 bis Dezember 2002 war er Leiter des ZDF-Studios Brüssel, seit Januar 2003 ist er dem ZDF zufolge freigestellt. Mitglied im Deutschen Bundestag war Grindel von 2002 bis 2016. Den Posten als DFB-Präsident übernahm er im April 2016.

Auch Steffen Seibert könnte zum ZDF zurückkehren

Das Rückkehrrecht gilt auch für weitere Mitarbeiter im ZDF. Ein Sprecher sagte dem Tagesspiegel, "wie in allen Unternehmen gibt es beim ZDF unterschiedliche Arten von gesetzlich (zum Beispiel Bildungsurlaub) oder tarifvertraglich geregelten Beurlaubungsmöglichkeiten für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter". Nach dem ZDF-Tarifvertrag kann etwa auf Antrag eines Arbeitnehmers unbezahlter Sonderurlaub für die Pflege eines Angehörigen gewährt werden.

Als Steffen Seibert 2010 vom Anchorman des "heute-journals" in das Amt des Sprechers der Bundesregierung wechselte, wurde ihm nach ZDF-Angaben wurde keine Beurlaubung im genannten Sinne, sondern ein allgemeines Rückkehrrecht eingeräumt. Eine Rückkehr in eine journalistische Funktion wäre aber nicht möglich, sagte der ZDF-Sprecher.  Ein vergleichbares Rückkehrrecht wurde in der Vergangenheit in einer vergleichbaren Situation, also Wechsel in eine politische Funktion außerhalb des Regelungsbereichs der Abgeordnetengesetze des Bundes und der Länder, Uwe-Karsten Heye gewährt, der unter anderem als Sprecher der Regierung Schröder arbeitete. Weitere vergleichbare Fälle gibt es im ZDF nicht. 

 

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