Hass im Netz : Wie reagieren Politiker auf Hate-Mails?

Schauspieler lesen, Politiker antworten - der NDR zeigt die gekürzte Fassung eines ungewöhnlichen Bühnenprojekts zum Thema Hass im Netz.

Zum „Chor des Hasses“. Giovanni di Lorenzo (Mi.) diskutiert mit Politikern.
Zum „Chor des Hasses“. Giovanni di Lorenzo (Mi.) diskutiert mit Politikern.Foto: dpa

„Du mieses Stück S.....“ „Lügenminister“, „Türkenbastard“ – wie reagieren Politiker auf die vielen E-Mails und Posts, in denen sie verunglimpft werden? Was macht die Hetze mit ihnen? Beim „Chor des Hasses“, nach einer Idee von „Zeit“-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo, haben die Schauspieler Iris Berben, Claudia Michelsen, Dietmar Bär und Robert Stadlober dem „Chor der Unsichtbaren“ eine Stimme gegeben und gelesen, was in Postfächern der Politiker landet.

Das NDR Fernsehen zeigt am Montag eine gekürzte Fassung der Veranstaltung des Hamburger Theater Festivals aus der vergangenen Woche. Darin kommen auch die Adressaten der Hassmails zu Wort: Heiko Maas, Ursula von der Leyen, Cem Özdemir und Andreas Hollstein, Bürgermeister von Altena.

Eine nahegehende und befremdliche Erfahrung/Inszenierung zugleich, für Zuschauer und Betroffene. Die vier Schauspieler an einem Holztisch, auf einer großen Leinwand hinter ihnen werden Beschimpfungen eingeblendet. Die Politiker sitzen in der ersten Reihe, mit dem Rücken zum Publikum - noch. „Ich hab’ mir früher mehr davon angeschaut", sagt Ursula von der Leyen später auf dem Podium. „So geballt wie heute Abend habe ich das noch nie gehört.“ Sie lese diese Mails in Auszügen immer noch.

Heiko Maas hingegen lehnt das ab. „Das, was ich bisher gesehen habe, ist so abartig, so krank, dass ich das einfach nicht ernst nehmen kann.“

„Außer Kontrolle – Hass im Netz“, Montag, NDR, 23 Uhr 15

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