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Kabarettist und "Kessel Buntes" : Manfred Uhlig gestorben

Populär wurde er mit der Show "Ein Kessel Buntes", Kabarett hatte er gelernt bei der "Pfeffermühle": Zum Tod von Manfred Uhlig. Ein Nachruf

Manfred Uhlig gab das Sächsische Original und verstand sich als Ur-Leipziger
Manfred Uhlig gab das Sächsische Original und verstand sich als Ur-LeipzigerFoto: imago images / PicturePoint

Der Leipziger Schauspieler und Kabarettist Manfred Uhlig ist tot. Er starb im Alter von 91 Jahren. Das teilte der Fußballverein BSG Chemie Leipzig am Mittwochabend mit, dessen Anhänger Uhlig war. Auf der Webseite trauern sie um ihren berühmten Fan: "Welche Bedeutung 'Manne Uhlig' für unsere BSG hat, ist kaum in Worte zu fassen. Nie scheute er sich zu Chemie zu stehen, verpasste kaum ein Spiel."

Manfred Uhlig wurde 1927 in Leipzig geboren. Nach verschiedenen Engagements bei Theatern und Kabarett in Naumburg, Greifswald, Wittenberg und Schwerin gehörte er ab 1956 zum Ensemble des Leipziger Kabaretts "Pfeffermühle". Zu den Textern dieser Ära gehörten Erich Loest, Reiner Kunze, Gerhard Zwerenz. Bei der "Pfeffermühle" erlebte Uhlig, wie das erfolgreiche und ursprünglich von den Kulturbehörden abgenommene Programm "Rührt Euch!" am 15. Dezember 1956 in einem inszenierten Tumult von Kampfgruppen-Mitgliedern gestürmt und anschließend verboten wurde. Das nächste Programm "Scherz in moll" parodierte die einfallslosen Unterhaltungssendungen der DDR-Rundfunks, heißt es im Wikipedia-Eintrag zu Manfred Uhlig. Am 30. Juni 1962 verließ er – zusammen mit Helga Hahnemann, die er einst entdeckte – diese Spielstätte und arbeitete, wie auch „Henne“, nun für Fernsehen und Hörfunk der DDR.

"Dialektiker" im "Kessel Buntes"

Uhlig moderierte bei Radio DDR I die Sendung "Alte Liebe rostet nicht" und stand mit Horst Köbbert sowie Lutz Stückrath als kabarettistisches Trio "Die drei Dialektiker" in der Show "Ein Kessel Buntes" desDDR-Fernsehens vor der Kamera. 1978 wurde Manfred Uhlig mit dem Kunstpreis der DDR ausgezeichnet. Im MDR Sachsenradio lief in den 1990er-Jahren seine Kult-Rubrik "Städtenamen verrückt". Hier erklärte Uhlig humoristisch die Herkunft sächsischer Ortsbezeichnungen. Ein Ursachse, der den Dialekt zu nutzen und zu kapitalisieren wusste.

"Manfred Uhlig ist einfach unschlagbar. Er ist einer der letzten Künstler, der die sächsische Mundart wirklich gepflegt hat“, hieß es einmal von der Leipziger "Pfeffermühle" über ihn. Zum 90. Geburtstag Uhligs hatte das Kabarett im September 2017 eine Geburtstags-Matinee für ihn ausgerichtet. Dass Sächsisch fast aus dem Fernsehen verschwunden ist, bedauerte Uhlig. „Ich vermisse das. Ich konnte ja reden, wie mir der Schnabel gewachsen ist“, hatte er gesagt.

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