Keine ARD-Reaktion auf "heute-journal" : Die „Tagesthemen“ bleiben bei 20 Minuten

Dünne Nachrichtenlage am Sonntag: Die ARD will die "Tagesthemen" nicht verlängern

Die "Tagesthemen" kommen am Sonntag in der Regel um 22 Uhr 45 und dauern 20 Minuten. Dabei soll es bleiben.
Die "Tagesthemen" kommen am Sonntag in der Regel um 22 Uhr 45 und dauern 20 Minuten. Dabei soll es bleiben.Foto: NDR

Die ARD sieht sich durch die Verlängerung des ZDF-„heute-journals“ am Sonntag auf 30 Minuten nicht herausgefordert, selber die 20 Minuten „Tagesthemen“ im Ersten am Sonntag auf eine halbe Stunde zu erweitern. Ein ARD-Sprecher sagte dem Tagesspiegel mit deutlicher Ironie: Den Schritt des ZDF „können wir sehr gut nachvollziehen. Der Sonntag ist ein sportintensiver Tag und wenn man wie das ZDF mehr Sportrechte erwirbt, möchte man auch Ausschnitte in den Hauptnachrichtensendungen zeigen.“

Die ARD-Programmdirektion betont, politische und gesellschaftliche Themen seien der Kern des Informationsjournalismus im Ersten. „Deshalb sind die Wochentage für uns nachrichtenstärker als das Wochenende.“ Samstag und Sonntag würden beispielsweise keine Plenarsitzungen stattfinden, würden keine Urteile und Entscheidungen höchster Gerichte verkündet, seien kaum Pressekonferenzen im politischen Berlin oder anderswo anberaumt. Dafür, so der ARD-Sprecher, gibt es Sportevents und kulturelle Ereignisse, die das Erste aber in Sondersendungen oder in der „Sportschau“ und im Kulturmagazin „ttt“ bedienen würde. „Und wir bereiten mit der Gesprächsrunde ,Anne Will am Sonntagabend die neue parlamentarische Woche vor.“

Publikumszuspruch am Wochenende höher

Die Entscheidung, die „Tagesthemen“ nicht zu verlängern, begründet die ARD insbesondere mit der Nachrichtenlage, sie sei keine Frage des Informationsbedürfnisses und der Quoten. „Der Publikumszuspruch“, sagte der ARD-Sprecher, „ist am Wochenende generell höher als an Werktagen, weil die Zuschauer einfach auch mehr Zeit zum Fernsehen haben.“

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