Klub-Tabelle in der Bundesliga-"Sportschau" : Nur 20 Bayern-Spiele

Die Quote der Bundesliga-„Sportschau“ leidet unter Mangel an Spitzen-Begegnungen - die laufen beim Pay-TV Sky

Sechster in der Bundesliga, Erster in der „Sportschau“. Wolfsburg-Trainer Bruno Labbadia kann sich freuen.
Sechster in der Bundesliga, Erster in der „Sportschau“. Wolfsburg-Trainer Bruno Labbadia kann sich freuen.Foto: dpa

Das konnte nicht ohne Folgen bleiben. Die Bundesliga-„Sportschau“ hat in der abgelaufenen Saison im Schnitt 4,77 Millionen erreicht, in der Spielzeit 2017/18 waren es noch 4,89 Millionen. Zu den Gründen zählt, dass die ARD-Sendung die Spiele um die Spitze seltener zeigen konnte. So ist der Sechste in der Bundesliga-Schlusstabelle, der VFL Wolfsburg, Erster im Ranking der „Sportschau“-Auftritte. Wolfsburg war am Samstag 26 Mal vertreten, auf den Plätzen zwei und drei folgen der FC Augsburg (25) und der SC Freiburg (24). Bayern München liegt hier nur auf Platz elf, in der hinteren Hälfte findet sich auch Borussia Dortmund.

„Seit Einführung des 18.30-Uhr-Spiels haben wir die Spitzenclubs immer seltener“, sagte „Sportschau“-Chef Steffen Simon der Deutschen Presse-Agentur. Bayern und BVB spielen häufig am späten Samstagstermin. In der TV-Tabelle der „Sportschau“ liegen Meister und Vize-Meister deshalb mit je 20 Spielberichten nur auf Rang elf. „Einzeltermine mit Bayern oder Dortmund sind für Pay-Anbieter attraktiver“, sagte Simon.

Der Meister und der Vize-Meister sind für die „Sportschau“ Garanten ein großes Publikum. „Es macht keinen Unterschied, ob wir vier oder fünf Spiele zeigen. Es ist aber gravierend, ob wir Bayern und Dortmund zeigen“, erklärte Simon. Nur bei elf Ausgaben der „Sportschau“ waren beide Topvereine in einer Sendung zu sehen – die Quoten lagen jeweils deutlich über dem Durchschnitt.

Frankfurt nur 14 Mal in der "Sportschau"

Letzter dieser TV-Tabelle ist Eintracht Frankfurt. Nur 14 Mal waren die Hessen in der „Sportschau“ zu sehen. „Das ist natürlich auf den Europapokal zurückzuführen“, sagte Simon. Aufgrund der vielen Europa-League-Partien spielten die Frankfurter in der Bundesliga häufig erst am Sonntag. Trotzdem führen die durchschnittlich 4,77 Millionen dazu, dass die „Sportschau“ in der Resonanz deutlich vor den Live-Übertragungen beim Pay-TV Sky und dem „Aktuellen Sportstudio“ des ZDF mit 2,18 Millionen Zuschauern pro Ausgabe liegt.

Die Beliebtheit der Topclubs zeigt sich auch bei den Sky-Zahlen deutlich. Die meisten Kunden des Pay-TV-Senders schauen Live-Spiele der Bayern, im Durchschnitt sind das nach Angaben des Branchendienstes „meedia“ 1,09 Millionen. Dahinter folgen Dortmund (0,92) und Schalke (0,64). Das meistgesehene Spiel der Saison lief freilich im frei zu empfangenden ZDF: Bayern gegen Hoffenheim sahen 7,71 Millionen Zuschauer.

Am wenigsten Zuschauer finden bei Sky genau jene Clubs, die am häufigsten in der „Sportschau“ der ARD gezeigt werden: Freiburg (0,28), Wolfsburg (0,25) und Augsburg (0,24). Beliebter als jede Einzel-Übertragung ist bei den Sky-Kunden ohnehin die Konferenz. (mit dpa)

1 Kommentar

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben