Kommunikationsberater für die ARD : Kein Spalier für Münchner in Köln?

Rundfunkbeitrag und Legitimation in der Bevölkerung: Warum sich die ARD in ihrer Kommunikation mit externen Beratern so breit aufstellt.

Tom Buhrow, Intendant des Westdeutschen Rundfunks (WDR) und derzeit ARD-Vorsitzender.
Tom Buhrow, Intendant des Westdeutschen Rundfunks (WDR) und derzeit ARD-Vorsitzender.Foto: dpa

Alle reden von Kommunikation, aber die wenigsten haben sich etwas mitzuteilen. Den Satz von Hans Magnus Enzensberger dürfte Tom Buhrow nicht im Sinn gehabt haben, als er sich entschied, für die ARD ein externes Kommunikationsteam zu engagieren.

Dem Senderverbund, dem der WDR-Intendant für zwei Jahre vorsteht, sollte mithilfe zusätzlicher Kommunikationsmaßnahmen dabei geholfen werden, die wegen der angekündigten Erhöhung des Rundfunkbeitrags zu erwartende kritische Berichterstattung abzufedern.

Seit ein paar Wochen sind Ex-Sky-Kommunikator Wolfram Winter und Ex-RTL2-Sprecher Andreas Fünfgeld mit der Agentur Media 5 für die ARD unterwegs. Über Krisenmanagement und -kommunikation des WDR-Intendanten in Sachen „Umweltsau“ und WDR-Kinderchor redet kaum noch jemand, dafür wird über Sinn und Gehalt der „Krisenberater“ diskutiert.

Laut „Süddeutscher Zeitung“ soll das Engagement 580 000 Euro kosten – zusätzlich zu seinem bereits bestehenden 15-köpfigen Kommunikationsteam. Für die beiden Externen aus München stehe in Köln „kaum jemand Spalier“, so sei aus ARD-Kreisen zu hören: „Wir brauchen hier keine Unternehmensberater.“

Der abgeschlossene Vertrag unterliege der Vertraulichkeit, teilte eine ARD-Sprecherin am Dienstag dem Tagesspiegel mit. „Wir arbeiten an vielen Stellen mit externen Experten zusammen.“

Warum es für die Kommunikation 15 Leute plus Berater braucht? Es gibt besonders viel mitzuteilen. „Wir haben uns für diesen ARD-Vorsitz ganz bewusst breit aufgestellt“, sagt Birand Bingül, Leiter der ARD-Kommunikation.

Großes Thema werde die künftige Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und gleichzeitig die Legitimation in der Bevölkerung sein. „Nutzer und Journalisten, aber auch die mehr als 20 000 Mitarbeiter der ARD haben den Anspruch, von uns schnell und kompetent Informationen zu bekommen, die sie möchten und brauchen.“

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